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Chemnitz
Dienstag, 4. Januar 2005
(Chemnitzer Morgenpost)

Eine Demo, die nicht auffiel


Menschenmassen sollten es werden. Doch am Ende stand gestern Morgen gerade mal ein winziges Häuflein Protestler vor der Agentur für Arbeit in der Heinrich-Lorenz-Straße.

„Sozialraub - es reicht!“ hatte ein Bündnis namens „Agenturschluss“ auf Flugblättern für die bundesweite Aktion verkündet. Offenbar stieß der Aufruf in Chemnitz auf taube Ohren. Ob’s am kalten Nieselregen lag? Oder an der parallelen Sparpreis-Kampagne vom Media Markt? „Keine Ahnung“, schimpft Michael Hofmann, gelernter Hochbauarbeiter und seit Jahresanfang arbeitslos. „Dabei ist Widerstand zeigen gerade jetzt beim Start von Hartz IV dringend nötig.“

Hofmann kennt sich aus in Sachen organisierter Protest: Er gehört zu den Mitstreitern der Montagsdemonstrationen vorm Nischl. Doch auch hier ebbt das Interesse ab. Kamen am Anfang noch ein paar tausend Protestler zusammen, waren es gestern Abend nicht mal mehr 50 Chemnitzer, die - nach ihrer Ansicht - gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfen.

Mit der Aktion in der Heinrich-Lorenz-Straße sollte die Arbeitsagentur eigentlich „lahm gelegt“ werden - das war der Wunsch der Organisatoren. Doch im Haus selbst hat kaum einer etwas bemerkt. Agentursprecherin Michaela Barthel zur Morgenpost: „Eine Demonstration? Das ist mir nicht aufgefallen.“ (jko)


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