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Dresden
Dienstag, 8. Dezember 2009
(Sächsische Zeitung)

Wie sicher ist der Adventsmarkt auf dem Stallhof?

Von Nicole Preuß

Nach der Brandstiftung auf dem Stallhof-Markt muss der Betreiber handeln. Jetzt schließt er sogar schon den Müll ein.

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Jetzt muss bereits der Müll auf dem Stallhof-Weihnachtsmarkt geschützt werden. Gestern ließ Betreiber Henri Bibow eine Kette mit Schloss anbringen. Der Grund: In der Nacht zum Sonnabend brannte es in dem Müllcontainer. Ein Unbekannter hatte Papier angezündet. Zwei Jahre nach dem Großbrand im Stallhof kommen jetzt wieder Fragen auf. Das Feuer war damals ebenfalls auf dem Weihnachtsmarkt ausgebrochen. Fassade und Arkaden des Schlosses wurden so beschädigt, dass sie aufwendig saniert werden mussten.

Wie sicher ist der Markt auf dem Stallhof?

Die Gefahr, dass auf dem Stallhof ein Feuer ausbricht, ist nicht größer als auf jedem anderen Weihnachtsmarkt. Das erklärt die Dresdner Feuerwehr auf SZ-Anfrage. „Alle Märkte werden von uns abgenommen“, sagt Sprecher Gert Rübesam. Während des Marktes sorgt das Wachpersonal des Betreibers Henri Bibow dafür, dass die Vorgaben eingehalten werden.

Wie wird die Feuerwehr beim Brand informiert?

Sicherheitspersonal überprüft Tag und Nacht die Stände und Buden. Sie sind die Rauchmelder in Person auf dem weihnachtlichen Stallhofmarkt. So war es auch in der Nacht zum Sonnabend. Vier Wachmänner hatten das Feuer im Container bemerkt. „Eigentlich hätten wir es auch selber mit dem Wasser aus dem Badehaus löschen können“, sagt Marktbetreiber Henri Bibow. Die Männer informierten aber sofort die Feuerwehr. Die rückte mit vier Einsatzwagen an und löschte den Brand.

Warum konnte das Feuer jetzt ausbrechen?

Wie das Feuer im Container ausgebrochen ist, bleibt bisher unklar. Die Polizei ermittelt gegen unbekannt wegen Brandstiftung. Der Container steht hinter einer Absperrung. Dass ein Versehen die Brandursache ist, kann nahezu ausgeschlossen werden. Betreiber Henri Bibow hatte nach dem Brand sofort überprüft, ob die Händler, die mit offenem Feuer hantieren, Glut in den Container geworfen hatten. Das kann er ausschließen.

Wie schützen sich die Händler vor Feuer?

Seit diesem Jahr hat der Markt einen neuen Betreiber. Der Torgauer Henri Bibow verpflichtete sich zu harten Brandschutzauflagen. So dürfen die Buden nur aus feuerfestem Material bestehen. Zwischen den Ständen und den Stallhofgebäuden müssen Händler mindestens fünf Meter Platz lassen. Offenes Feuer ist nur in Ausnahmefällen erlaubt, zum Beispiel in der Schmiede. Vor Eröffnung des Marktes wurden alle Auflagen überprüft.

Wie werden Besucher bei einem Feuer informiert?

In der Nacht zum Sonnabend lauschten noch etwa 300 bis 400 Menschen einer Buchlesung. Von dem Feuer bekamen sie nichts mit. Erst nachdem der Brand gelöscht war und die Lesung beendet, informierten die Veranstalter sie. Marktbetreiber Bibow betont, dass für sie keine Gefahr bestand.

Wie groß kann das Feuer im Stallhof werden?

Weil alle Stände aus feuerfestem Material sind und Dekoelemente imprägniert, kann sich das Feuer auf dem Markt nicht so schnell ausbreiten. Nach Angaben des Betreibers könnten die Stände eigentlich gar nicht abbrennen.

Auch auf das Schloss springt das Feuer nicht über. Zwischen Buden, offenen Feuerstellen und der Fassade des Schlosses müssen die Händler deshalb einen Sicherheitsabstand einhalten.

Was verlangt das Land nach dem Brand vom Betreiber?

Ob die Brandschutzauflagen jetzt noch einmal verschärft werden, ist unklar. Der Staatsbetrieb Burgen, Schlösser und Gärten will dazu vorerst nichts sagen. Erst solle geklärt werden, wie das Feuer entstanden ist, heißt es. Der Betreiber Henri Bibow verschließt den Container ab sofort vorsorglich. Am Mittwoch wird eine Firma einen verschließbaren Müllbehälter liefern.

Wie reagierte das Land nach dem letzten Brand?

Weil die Buden nahe am Schloss standen, war das Schloss beim Brand vor zwei Jahren so beschädigt, dass das Land umfassend sanieren musste. Fassade, Sandsteinsäulen, Schmuckelemente und Fenster musste der Staatsbetrieb Schlösser, Burgen und Gärten für eine Million Euro erneuern. Damals überlegte das Land sogar, den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt an einen anderen Ort zu verlegen. Später trennte es sich von dem damaligen Betreiber und Erfinder des Marktes, der Gesellschaft Heureka.

Wie sicher sind die Adventsmärkte überhaupt?

Frische Luft und eng nebeneinander stehende Holzbuden - das ist die Gefahr eines jeden Weihnachtsmarktes, sagt Gert Rübesam von der Dresdner Feuerwehr. Hier kann sich Feuer schneller ausbreiten als zum Beispiel in einem Haus. Deshalb gibt es strenge Schutzbestimmungen. „Einen Brand kann man aber nie ganz ausschließen“, sagt Rübesam

Findet der Markt im Stallhof nächstes Jahr wieder statt?

Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Markt im nächsten Jahr nicht durchgeführt wird. Betreiber Henri Bibow hat einen Vertrag für drei Jahre.



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