sz-online.de | Sachsen im Netz
Sachsen
Samstag, 4. Juli 2009
(Sächsische Zeitung)

Mitgefühl für Opfer des Dresdner Landgericht-Attentats

Von Doreen Hübler

Nach dem Messerangriff im Dresdner Landgericht, bei dem am Mittwoch eine Ägypterin tödlich verletzt wurde, sind am Freitag die Angehörigen der Familie nach Dresden gereist.

Bild vergrößern

Das Dresdner Landgericht: Bei einer Verhandlung in einem Beleidigungsprozess hatte hier ein Russland-Deutscher die Frau, die als Zeugin geladen war, mit 18 Messerstichen getötet. Foto: dpa

Sie wollen vor Ort helfen und trösten. Bei einer Verhandlung in einem Beleidigungsprozess hatte ein Russland-Deutscher die Frau, die als Zeugin geladen war, mit 18 Messerstichen getötet. Bei der Tat wurde auch der Ehemann der 31-Jährigen verletzt. Der Mann wird weiter im Uniklinikum behandelt. Sein Zustand sei noch immer kritisch, sagte Oberstaatsanwalt Christian Avenarius.

Die Schwester des Ehemanns kam am Nachmittag als Erste in Dresden an und fuhr unverzüglich ins Krankenhaus, um ihren Bruder zu besuchen. Begleitet wurde sie von vielen Freunden und Bekannten der Familie, unter anderem von Hamid el-Seyid, der ebenfalls aus Ägypten stammt und seit zwei Jahren in Dresden arbeitet. „Wir sind geschockt von der Tat. Die Verwandten können es nicht fassen“, sagt er. „Es leben nicht viele Ägypter in Dresden. Die meisten kennen sich und bei so einem Unglück hilft man sich natürlich.“

Hilfe kam auch von der ägyptischen Botschaft. „Wir sind in engem Kontakt mit der Familie“, sagte Botschafter Ramsi Ess Eldin Ramsi. Er habe drei Mitarbeiter von Berlin nach Dresden entsandt. Priorität habe, dass die Verwandten den dreijährigen Sohn des Paares mit zurück nach Ägypten nehmen.

Schnelle Bestattung des Opfers

Der Junge sei nach der Tat erst einmal zu einer Pflegefamilie gekommen. „Nun soll er, bis sein Vater gesund ist, bei der Tante leben“, sagte Ramsi. Gestern Abend holte die Schwester des Ehemanns das Kind vom Jugendamt ab. „Er hat geweint, er hat doch alles mitbekommen“, sagte Botschaftsmitarbeiter Elsaye Tag Eldin, der die Familie begleitete. Die Rückkehr der Angehörigen nach Ägypten sei heute oder morgen geplant – auch, um die Leiche des Opfers so früh wie möglich zu bestatten. „Nach islamischer Tradition wird ein Toter sofort beerdigt, eigentlich noch vor Sonnenuntergang des Tages, an dem er starb“, sagte Botschafter Ramsi.


Gesamte Ausgabe Druckvorschau Artikel empfehlen Feedback


Link senden an Facebook Link senden an Twitter Link senden an StudiVZ Link senden an Mr. Wong Link senden an MySpace Link senden an del.icio.us bodytext Link senden an Folkd Link senden an Google Bookmarks Link senden an Live-MSN Link senden an YahooMyWeb Link senden an Linkarena Link senden an NewsVine Link senden an Reddit Link senden an StumbleUpon Link senden an Y!GG ...mehr