Dresden
Samstag, 16. Februar 2008
Dresdner wehren sich gegen Aufmarsch von Rechtsextremen
Unter dem Motto „Geh denken“ haben mehrere tausend Menschen einen provokativen Aufmarsch von Rechtsextremisten 63 Jahre nach der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg abgeblockt.
Mehrere tausend Menschen haben am Sonnabend gegen einen Aufmarsch Rechtsextremer protestiert. Foto: dpa
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Demonstrationen in Dresden
Impressionen vom Sonnabend
Impressionen vom Sonnabend
Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dresdens, Nora Goldenbogen, sagte am Sonnabend bei einem Halt der Demonstranten an der neuen Synagoge: „Nazis sollen in Dresden nicht mehr aufmarschieren können.“ Der amtierende Dresdner Oberbürgermeister Lutz Vogel forderte zum Nachdenken darüber auf, „warum wir unsere Vergangenheit nicht loslassen dürfen“.
Zu der Aktion „Geh Denken“ hatte ein breites Bündnis aufgerufen, um wie in den Vorjahren an die nationalsozialistische Vorgeschichte der Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 zu erinnern. Die Veranstalter sprachen von mindestens 6000 Teilnehmern. Das seien mehr als in den vergangenen Jahren gewesen, sagte Dresdens DGB-Chef Ralf Hron. Es sei ein Erfolg, dass die Rechtsextremen nicht wie geplant zur Synagoge ziehen durften, weil sich dort der Demonstrationszug aufhielt. Die Polizei sprach von rund 2000 Teilnehmern.
Zeitgleich bewegte sich ein sogenannter Trauermarsch der rechtsextremistischen „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ durch die Innenstadt. Dieser hatte laut Polizei 3800 Teilnehmer. Zudem waren hunderte Anhänger der linken Szene in der Stadt unterwegs, darunter auch gewaltbereite Autonome. Sie fanden sich zu einer Spontandemonstration zusammen. Von den rund 1000 Teilnehmern gehörten laut Polizei 600 bis 700 offenkundig der linksextremen Szene an.
Die Polizei war mit rund 3300 Beamten aus zehn Bundesländern im Einsatz. 63 Menschen wurden in Gewahrsam genommen, 5 weitere festgenommen. Es wurden Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Körperverletzungen und Sachbeschädigung eingeleitet. Die Polizei verhinderte mehrfach das Aufeinandertreffen linker und rechter Demonstranten. Zwei Einsatzfahrzeuge wurden beschädigt.
Bereits am Morgen hatten mehrere hundert Menschen angesichts der Rechtsextremisten-Demonstration ihre Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde bekundet. Jüdische und nichtjüdische Besucher nahmen am Sabbat-Gottesdienst teil. In der vollbesetzten Synagoge dankte Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl den Besuchern und sprach von einem bewegenden Bild, das Hoffnung gebe. Zum Abschluss des Gottesdienstes bekundeten Vertreter anderer Kirchen ihre Verbundenheit mit der rund 750 Mitglieder zählenden Jüdischen Gemeinde ion Dresden.
Dresden war im Februar 1945 bei Luftangriffen US-amerikanischer und britischer Bomber stark zerstört worden. Nach Schätzungen starben etwa 35000 Menschen. Bereits am Mittwoch - am 63. Jahrestag der Zerstörung - hatten die Dresdner mit Kranzniederlegungen, Gottesdiensten und Konzerten an die Opfer der Bombennächte erinnert. (dpa)
Zu der Aktion „Geh Denken“ hatte ein breites Bündnis aufgerufen, um wie in den Vorjahren an die nationalsozialistische Vorgeschichte der Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 zu erinnern. Die Veranstalter sprachen von mindestens 6000 Teilnehmern. Das seien mehr als in den vergangenen Jahren gewesen, sagte Dresdens DGB-Chef Ralf Hron. Es sei ein Erfolg, dass die Rechtsextremen nicht wie geplant zur Synagoge ziehen durften, weil sich dort der Demonstrationszug aufhielt. Die Polizei sprach von rund 2000 Teilnehmern.
Zeitgleich bewegte sich ein sogenannter Trauermarsch der rechtsextremistischen „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ durch die Innenstadt. Dieser hatte laut Polizei 3800 Teilnehmer. Zudem waren hunderte Anhänger der linken Szene in der Stadt unterwegs, darunter auch gewaltbereite Autonome. Sie fanden sich zu einer Spontandemonstration zusammen. Von den rund 1000 Teilnehmern gehörten laut Polizei 600 bis 700 offenkundig der linksextremen Szene an.
Die Polizei war mit rund 3300 Beamten aus zehn Bundesländern im Einsatz. 63 Menschen wurden in Gewahrsam genommen, 5 weitere festgenommen. Es wurden Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Körperverletzungen und Sachbeschädigung eingeleitet. Die Polizei verhinderte mehrfach das Aufeinandertreffen linker und rechter Demonstranten. Zwei Einsatzfahrzeuge wurden beschädigt.
Bereits am Morgen hatten mehrere hundert Menschen angesichts der Rechtsextremisten-Demonstration ihre Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde bekundet. Jüdische und nichtjüdische Besucher nahmen am Sabbat-Gottesdienst teil. In der vollbesetzten Synagoge dankte Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl den Besuchern und sprach von einem bewegenden Bild, das Hoffnung gebe. Zum Abschluss des Gottesdienstes bekundeten Vertreter anderer Kirchen ihre Verbundenheit mit der rund 750 Mitglieder zählenden Jüdischen Gemeinde ion Dresden.
Dresden war im Februar 1945 bei Luftangriffen US-amerikanischer und britischer Bomber stark zerstört worden. Nach Schätzungen starben etwa 35000 Menschen. Bereits am Mittwoch - am 63. Jahrestag der Zerstörung - hatten die Dresdner mit Kranzniederlegungen, Gottesdiensten und Konzerten an die Opfer der Bombennächte erinnert. (dpa)
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