Sachsen
Montag, 20. August 2007
Bestürzung und Sorge
Die möglicherweise ausländerfeindliche brutale Hetzjagd auf indische Besucher im sächsischen Mügeln hat Bestürzung und Sorge hervorgerufen.
Ein Polizeifahrzeug passiert am Montag in Mügeln die Pizzeria Picobello im Zentrum der Kleinstadt. Fotos: dpa
In sz-online
„Bei uns gibt es keine rechtsextreme Szene“
Am Tag danach herrscht reflexhafte Abwehrstimmung in Mügeln.
Am Tag danach herrscht reflexhafte Abwehrstimmung in Mügeln.
Mügeln - „So ein Gewaltexzess ist nicht hinnehmbar“, sagte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) am Montag in der Kleinstadt zwischen Dresden und Leipzig. Die Hintergründe des Angriffs müssten nun rasch ermittelt werden. Noch sei nicht geklärt, ob es fremdenfeindliche Motive gab.
Etwa 50 zumeist junge Deutsche hatten nach Behördenangaben in der Nacht zum Sonntag acht Inder nach einer Rangelei im Festzelt eines Stadtfestes verfolgt. Insgesamt 14 Menschen wurden verletzt, unter ihnen alle acht Inder. Eine Polizeisprecherin bestätigte am Montag, dass es bei dem Angriff ausländerfeindliche Rufe gab. Ein fremdenfeindliches Motiv werde nicht ausgeschlossen. „Wir ermitteln aber in alle Richtungen“, zunächst wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Die Polizei stockte die Ermittlungsgruppe zu dem Übergriff auf 15 Beamte auf, der Staatsschutz wurde eingeschaltet. Die Ermittler suchten weitere Zeugen. „Wir müssen die genauen Abläufe des Geschehens klären und weitere Hinweise auf die Angreifer sammeln“, sagte die Sprecherin. Bislang gab es zwei Festnahmen. Die 21 und 23 Jahre alten deutschen Tatverdächtigen wurden aber wieder auf freiem Fuß gesetzt. Die Männer waren durch Zeugenaussagen belastet worden.
Der Bürgermeister von Mügeln, Gotthard Deuse (FDP), widersprach Vermutungen zu einem rechtsradikalen Hintergrund. „Bei uns gibt es keinen rechtsextreme Szene“, sagte er. Wenn der Angriff einen fremdenfeindlichen Hintergrund habe, müssten die Täter aus Nachbarorten kommen. Es gibt allerdings Aussagen, wonach im Vorfeld bekannt war, dass Rechtsextreme zu dem Stadtfest anreisen wollten. So soll der Mügelner Jugendclub nach Medienberichten entsprechende Hinweise erhalten und weitergeleitet haben.
Die Polizeidirektion Westsachsen hatte erst mehr als 20 Stunden nach dem Vorfall offiziell über die Ereignisse berichtet. Danach soll die Gruppe der Deutschen die acht Inder verfolgt haben. Diese hätten vergeblich versucht, sich bei einem Landsmann in dessen Pizzeria „Picobello“ in Sicherheit zu bringen. Rund 70 Polizisten drängten die Angreifer schließlich ab. Dabei wurden auch zwei Beamte verletzt. Von den verletzten Indern und Deutschen kamen zwei ins Krankenhaus. Die Opfer waren laut Bürgermeister Deuse auf Einladung der Stadt bei dem Volksfest. „Umso bedauerlicher ist der Vorfall.“ (dpa)
Etwa 50 zumeist junge Deutsche hatten nach Behördenangaben in der Nacht zum Sonntag acht Inder nach einer Rangelei im Festzelt eines Stadtfestes verfolgt. Insgesamt 14 Menschen wurden verletzt, unter ihnen alle acht Inder. Eine Polizeisprecherin bestätigte am Montag, dass es bei dem Angriff ausländerfeindliche Rufe gab. Ein fremdenfeindliches Motiv werde nicht ausgeschlossen. „Wir ermitteln aber in alle Richtungen“, zunächst wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Die Polizei stockte die Ermittlungsgruppe zu dem Übergriff auf 15 Beamte auf, der Staatsschutz wurde eingeschaltet. Die Ermittler suchten weitere Zeugen. „Wir müssen die genauen Abläufe des Geschehens klären und weitere Hinweise auf die Angreifer sammeln“, sagte die Sprecherin. Bislang gab es zwei Festnahmen. Die 21 und 23 Jahre alten deutschen Tatverdächtigen wurden aber wieder auf freiem Fuß gesetzt. Die Männer waren durch Zeugenaussagen belastet worden.
Der Bürgermeister von Mügeln, Gotthard Deuse (FDP), widersprach Vermutungen zu einem rechtsradikalen Hintergrund. „Bei uns gibt es keinen rechtsextreme Szene“, sagte er. Wenn der Angriff einen fremdenfeindlichen Hintergrund habe, müssten die Täter aus Nachbarorten kommen. Es gibt allerdings Aussagen, wonach im Vorfeld bekannt war, dass Rechtsextreme zu dem Stadtfest anreisen wollten. So soll der Mügelner Jugendclub nach Medienberichten entsprechende Hinweise erhalten und weitergeleitet haben.
Die Polizeidirektion Westsachsen hatte erst mehr als 20 Stunden nach dem Vorfall offiziell über die Ereignisse berichtet. Danach soll die Gruppe der Deutschen die acht Inder verfolgt haben. Diese hätten vergeblich versucht, sich bei einem Landsmann in dessen Pizzeria „Picobello“ in Sicherheit zu bringen. Rund 70 Polizisten drängten die Angreifer schließlich ab. Dabei wurden auch zwei Beamte verletzt. Von den verletzten Indern und Deutschen kamen zwei ins Krankenhaus. Die Opfer waren laut Bürgermeister Deuse auf Einladung der Stadt bei dem Volksfest. „Umso bedauerlicher ist der Vorfall.“ (dpa)
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