Politik
Mittwoch, 17. Januar 2007
Literaturprofessor in Bonn als Bücherdieb verurteilt
Bonn - Das Bonner Landgericht hat einen Literaturprofessor am Mittwoch in zweiter Instanz als Bücherdieb verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 51-Jährige acht wertvolle Bücher aus der Bonner Universitätsbibliothek gestohlen und über ein Auktionshaus verkauft hat. Der an der Universität Rostock tätige Gelehrte erhielt wie in erster Instanz wegen Betrugs, versuchten Betrugs und Urkundenfälschung eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren. Wenn das Urteil rechtskräftig wird, verliert er seinen Lehrstuhl und seinen Beamtenstatus. Die Verteidigung kündigte Berufung an.
Der Mann hatte aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammenden Bücher mit einem Wert von rund 250.000 Euro ausgeliehen und so manipuliert, dass ihre Herkunft nicht mehr erkennbar war. Zugleich gab er Fälschungen zurück. Die Ermittler versuchte er mit gefälschten Quittungen über den Kauf der Bücher in die Irre zu führen. Der Verdacht fiel 2002 auf den Wissenschaftler. Er hatte in Bonn promoviert und war 25 Jahre lang Nutzer der Bibliothek, zeitweise als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Gegen das Urteil in erster Instanz hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt. In der Verhandlung damals hatte der Angeklagte die Vorwürfe zunächst bestritten, kurz vor Prozessende aber gestanden. Im neuen Verfahren vor dem Landgericht schwieg der Mann. (dpa)
Der Mann hatte aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammenden Bücher mit einem Wert von rund 250.000 Euro ausgeliehen und so manipuliert, dass ihre Herkunft nicht mehr erkennbar war. Zugleich gab er Fälschungen zurück. Die Ermittler versuchte er mit gefälschten Quittungen über den Kauf der Bücher in die Irre zu führen. Der Verdacht fiel 2002 auf den Wissenschaftler. Er hatte in Bonn promoviert und war 25 Jahre lang Nutzer der Bibliothek, zeitweise als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Gegen das Urteil in erster Instanz hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt. In der Verhandlung damals hatte der Angeklagte die Vorwürfe zunächst bestritten, kurz vor Prozessende aber gestanden. Im neuen Verfahren vor dem Landgericht schwieg der Mann. (dpa)






