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Mittwoch, 07.02.2018

Warum die Chefin des Karl-May-Museums gehen musste

Ein voreiliger Vertragsabschluss könnte die kaufmännische Direktorin den Job gekostet haben. Der Vorstand versucht, den Schaden zu minimieren.

Von Peter Redlich

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Claudia Kaulfuß ist am vergangenen Mittwoch als Leiterin des Karl-May-Museums in Radebeul fristlos entlassen worden.
Claudia Kaulfuß ist am vergangenen Mittwoch als Leiterin des Karl-May-Museums in Radebeul fristlos entlassen worden.

© Arvid Müller

Radebeul. Der Wirbel um die fristlose Entlassung der Leiterin des Radebeuler Karl-May-Museums, Claudia Kaulfuß, soll wieder in geordnetes Management übergehen. Während Stiftungsvizevorstand Ralf Harder jetzt als Interimschef einspringt, hat der stellvertretende Museumsleiter und Kustos Robin Leipold vorübergehend die eigentlichen Geschäfte übernommen. Dies gelte, so Harder, bis der bereits neu verpflichtete Museumsleiter Christian Wacker am 1. April das Amt übernimmt.

Was ist geschehen, dass ausgerechnet die Frau geschasst wird, die in den letzten zehn Jahren penibel die Finanzen des Museums zusammengehalten hat? Mit ihr ging es auch mit den Besucherzahlen wieder bergauf. Nach drastischen Einbrüchen kamen 2017 wieder mehr als 57 000 Gäste, um Winnetou und Old Shatterhand zu besuchen. Unter ihrer Führung begann gerade die Umgestaltung in der Villa Bärenfett zu einem modernen, interaktiven Erlebnismuseum. Und vor allem, es bestehen gute Aussichten, das große Neubauvorhaben mit dem neuen Haus und Parkplatz an der Meißner Straße auf die Reihe zu bekommen. Ein Acht-Millionen-Euro-Vorhaben. 5,4 Millionen davon stehen als Fördermittel von Bund und Land in Aussicht.

Claudia Kaulfuß hat nun offenbar als Geschäftsführerin der Stiftung einen Vertrag unterschrieben, mit dem sie möglicherweise ihre Kompetenzen überschreitet. Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung gibt es für die Architekten üblicherweise eine Entwurfsplanung und einen Generalplanvertrag. Ersterer ist nicht das Problem. Ein Generalplanvertrag aber darf erst nach einer europaweiten Ausschreibung unterzeichnet werden. Das besagen die Richtlinien, wenn es Fördergeld geben soll.

Mit dem Vertrag könnte nun die Fördermittelvergabe gefährdet sein. Für eventuelle Forderungen der Architekten kann der Stiftungsvorstand haftbar gemacht werden. Karl-May-Stiftungsvize Harder, der sich noch am Vortag auf „kein Kommentar“ zurückgezogen hatte, widerspricht dieser Darstellung nicht. Er sagt allerdings, das Gesamtprojekt sei nicht gefährdet. Und: „Frau Kaulfuß hat kein Hausverbot. Wir werden mit ihr sicher noch reden müssen.“

Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos), der ebenfalls zum Stiftungsvorstand gehört: „Wir bemühen uns derzeit, den Schaden zu minimieren.“ Die Fördermittel für das Bauvorhaben sollen demnächst beantragt werden.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 7 Kommentare

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  1. Hundling

    Die Dame ist gefeuert worden, weil es zur sächsischen Lebensart gehört, von Fördergeldern zu leben?

  2. Ich

    Im kleinen sofortige Kündigung, im großen BER, Stuttgart 21 .......traurig.....das ist unsere angebliche Demokratie.

  3. so ä dresdner

    @2 Ich: die Dame ist gegangen weil sie eine grobe vergaberechtliche Fehlentscheidung getroffen hat. Das kann man übertrieben finden. Hat aber nichts mit dem Phänomen der "politischen Kostenschätzung" bei Vorhaben wie BER und S21 zu tun. Das ist noch nicht mal Äpfeln mit Birnen vergleichen, das ist eher Autoreifen mit Singdrosseln vergleichen. Und was das ganze jetzt wieder mit "unsere angebliche Demokratie" zu tun hat bleibt Unklar, und wird auch durch ausgiebiges einstreuseln von Punkten in den Kommentar nicht klarer, es sei denn die Punkte sind ein Platzhalter für die Gedanken die man sich beim Kommentarschreiben nicht gemacht hat.

  4. R.Fürchtenix

    @Ich - bei Ihren Ausführungen fehlt noch "Danke Merkel", "Armes Deutschland" und "dafür bin ich 89 nicht auf die Straße gegangen".

  5. Timo W.

    wenn 5 Herren keinen A... in der Hose haben und sich auf schäbige Art und Weise ein Baueropfer suchen... nur um ihr Gesicht nicht zu verlieren. Ein Stiftungsvorstand der seinem eigenen Museum in dieser Art und Weise schadet. Schämt euch ! Und im Übrigen: warum hat man nicht vorher einfach mal miteinander geredet sondern redet erst jetzt mit dem Ergebnis dass ja alles vielleicht gar nicht so schlimm ist ???

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