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Freitag, 28.04.2006

Wagner tritt aus der WASG aus

Dresden - Der ins NPD-Lager gewechselte Andreas Wagner hat seinen Austritt aus der WASG und den Rücktritt von seinem Posten als WASG-Bundesvorstand vollzogen. „Ich habe meinen Austritt heute morgen postalisch an den Bundesvorstand geschickt“, sagte Wagner am Freitag in Dresden. Er begründete seinen Schritt mit dem „Ausverkauf der WASG durch die Fusion mit der PDS“. Fortan wird Wagner als sozialpolitischer Berater der sächsischen NPD-Fraktion arbeiten. „Irgendwann werde ich sicher auch in die NPD eintreten“, sagte er.

Für den Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Oskar Lafontaine, ist Wagners Wechsel zur NPD eine „Petitesse“. „Ich habe den Mann noch nie gesehen und noch nie irgendetwas von ihm gehört“, sagte Lafontaine dem Radiosender „radioeins“.

Wagner warf mehreren Mitgliedern des WASG-Bundesvorstandes stalinistisches Verhalten vor. „Die Diktatur einiger weniger reicht an den SED-Staat heran“, sagte er. Seine Entscheidung, die WASG zu verlassen, habe er über Monate hinweg reiflich überlegt. Die Vereinigung von WASG und PDS zur Linkspartei habe nur das Ziel, „dem Einzug des Kommunismus Schützenhilfe zu leisten“.

Der NPD-Geschäftsführer im sächsischen Landtag, Peter Marx, geht von einer lang anhaltenden Kooperation aus. Wagner soll schon am 1. Mai in Rostock in seiner Rolle als sozialpolitischer Berater der NPD öffentlich auftreten. Er hoffe auf Wagner als eine Art Brückenkopf, sagte Marx. Die NPD gehe davon aus, dass auch andere WASG-Mitglieder einen Übertritt vollziehen werden, sagte er. (dpa)