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Mittwoch, 29.02.2012

Waffensuche in Öff Öffs Hühnerstall

Der Waldmensch macht wieder Schlagzeilen – und den Beamten von Polizei und Justiz Arbeit. Diesmal geht es um eine Gaspistole.

Von Anja Beutler

Zur „Hausdurchsuchung“ war er gar nicht anwesend. Wobei man bei Waldmensch Öff Öff, der mit bürgerlichem Namen Jürgen Wagner heißt, eher von einer Hühnerstall- und Jurtendurchsuchung sprechen sollte. Im Januar dieses Jahres war die Polizei ins Löbauer Skalatal angerückt, um mit amtlichem Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Görlitz Öff Öffs Behausung zu durchforsten. „Gesucht wurde eine Waffe“, sagt der Sprecher der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, Uwe Horbaschk. Gefunden wurde nichts.

Nach Horbaschks Informationen hatte „eine weibliche Person aus dem ehemaligen Umfeld Wagners“ Ende 2011 Anzeige erstattet. Der Vorwurf: Jürgen Wagner soll 2006 eine „erlaubnispflichtige Schusswaffe“ besessen haben. „Ein Jogger hat mir eine Gaspistole geschenkt, damit ich meine Familie gegen frei laufende Hunde oder Wildtiere verteidigen kann“, berichtet der medienpräsente und umstrittene Lebenskünstler freimütig.

Zu diesem Zeitpunkt – es war 2006 – lebte Öff Öff mit seiner damaligen Freundin und ihrem gemeinsamen Kleinkind in der Georgewitzer Skala. „Ich habe den Mann, der mir die Pistole geschenkt hat, noch gefragt, ob man dazu eine Erlaubnis braucht“, berichtet Öff Öff. Und der habe ihm versichert, dass das nicht nötig sei.

Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass es sich bei der Waffe eben doch um ein „erlaubnispflichtiges“ Exemplar gehandelt habe. Deshalb sei Wagners Behausung durchsucht worden, bestätigt Polizeisprecher Uwe Horbaschk. Öff Öff gab indes gestern an, er habe die Waffe vergraben. Wo und wann – das könne er nicht sagen. Er sei in den vergangenen dreieinhalb Jahren so oft umgezogen, dass er von einigen Dingen nicht mehr wisse, ob sie noch da seien.

Wichtig sei für ihn die Waffe ohnehin nicht mehr. Denn seine damalige Freundin lebt samt Kind nicht mehr bei ihm. Und sie ist inzwischen zur Feindin geworden. Für die Tochter klagt sie auf Unterhalt. Dass sie und einige ehemalige Weggefährten es waren, die hinter der Anzeige stecken, will Öff Öff nicht behaupten. Schließlich hat er zu der Frau keinen Kontakt mehr. Er spricht jedoch von einer Kampagne gegen ihn, die von ehemaligen Weggefährten ausgehe.

Was die weiteren Ermittlungen betrifft, so hat Öff Öffs Dresdner Anwalt die Sache übernommen.