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Freitag, 25.05.2018

VVO plant vier neue S-Bahn-Linien

Damit sollen Großenhain und Riesa sowie die Lausitz näher an Dresden rücken. Auch Richtung Tschechien gibt es Ideen.

Von Peter Anderson

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Der VVO will die Region noch enger mit der Landeshauptstadt Dresden verbinden – auch mittels neuer S-Bahn-Linien.
Der VVO will die Region noch enger mit der Landeshauptstadt Dresden verbinden – auch mittels neuer S-Bahn-Linien.

© Claudia Hübschmann

  • Der VVO will die Region noch enger mit der Landeshauptstadt Dresden verbinden – auch mittels neuer S-Bahn-Linien.
    Der VVO will die Region noch enger mit der Landeshauptstadt Dresden verbinden – auch mittels neuer S-Bahn-Linien.

Dresden. Der Verkehrsverbund Oberelbe hat zur Feier seines 20-jährigen Bestehens jetzt einen Blick in seine Zukunftswerkstatt gestattet. Wie Geschäftsführer Burkhard Ehlen am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz im Dresdner Hauptbahnhof sagte, wolle sich der VVO in den nächsten Jahren dafür stark machen, dass die Landeshauptstadt und die benachbarten Kreise noch näher zusammenrücken. Konkret sind vier neue S-Bahn-Linien sowie ein neuer Regionalexpress geplant. Einen konkreten Zeitrahmen, wann diese Projekte umgesetzt werden könnten, gibt es derzeit noch nicht. Zunächst müssen alle Details der Infrastruktur abgeklärt sowie die Finanzierbarkeit geprüft werden.

Mit der S-Bahn bis ins südliche Brandenburg

Eine neue S 5 könnte vom Dresdner Hauptbahnhof über Cossebaude und Coswig nach Riesa und Großenhain oder sogar bis über die Landesgrenze nach Elsterwerda führen. Riesa verfügt aktuell zwar mit dem Regionalexpress Saxonia sowie ICE und IC über eine stündliche Anbindung an Dresden. Allerdings halten diese Züge nur an ausgewählten Stationen. Die S-Bahnen würden sämtliche Halte bedienen. Ähnlich verhält es sich auf der Strecke nach Großenhain, wo über Regionalzüge aktuell in der Hauptverkehrszeit zweimal pro Stunde ein Anschluss besteht.

Bautzen will sich dem VVO anschließen und vom Einheitstarif profitieren

Die stärksten Zuwächse bei den Nutzern registriert der VVO seinem Geschäftsführer Ehlen zufolge derzeit in der Lausitz und Niederschlesien. Die Zahlen hätten hier in den letzten Jahren um 30 Prozent zugenommen. Diesem Trend möchte der VVO mit einer S 6 nach Königsbrück, einer S 7 nach Kamenz sowie einer S 8 nach Bautzen entsprechen. Voraussetzung ist der Ausbau des Knotens Bischofswerda, so dass sich dort die Züge Richtung Bautzen und Zittau teilen könnten. Der Landrat des Kreises Bautzen und Vorsitzende des VVO-Zweckverbandes Michael Harig (CDU) kündigte im Anschluss an die Präsentation dieser Vision an, mit seinem Kreis zum VVO-Verbandsgebiet stoßen zu wollen. Darüber sei nun lange genug diskutiert worden. Nächste Woche solle das formale Verfahren in Gang gesetzt werden. Leider bewege sich der Zweckverband Verkehrsverbund Niederlausitz-Oberschlesien zu wenig. Trotzdem wolle er mit dem ZVON im Gespräch bleiben. Plänen für ein sogenanntes Oberlausitz-Ticket erteilte Harig eine Absage. Er strebe einen einheitlichen Tarif für das gesamte Gebiet des früheren Regierungsbezirkes Dresden an.

Bahn nach Aussig dürfte am schnellsten kommen

Nicht mit einer S-Bahn, aber mit einem täglich vom Flughafen Dresden bis nach Aussig (Usti nad Labem) durchführenden Regionalexpress liebäugelt der Oberelbe-Verbund in Richtung Südosten. Dieses Projekt könnte auch als erstes von den drei Vorhaben auf der Schiene verwirklicht werden. Der Grund dafür ist die in den nächsten Jahren anstehende Neuvergabe der Leistungen auf dieser Strecke. Ziel ist es nicht zuletzt, dem Flughafen der Landeshauptstadt mehr Passagiere aus dem westböhmischen Raum zuzuführen, da für diese Kunden Dresden zumeist schneller per Zug erreichbar ist als Prag.

Sachsens Städte werden direkt durch den Plusbus verbunden

Dem großen Ziel, die Peripherie besser mit dem Ballungsraum Dresden zu vernetzen, folgt das bereits dieses Jahr startende Plusbus-Netz. Dabei handelt es sich um eine Art von Überlandbus, welcher täglich mit bis zu 15 Fahrten kleinere und größere Städte miteinander verbindet. Realisiert werden die Fahrten von den Bus-Unternehmen im VVO. Sie ersetzen nicht bereits bestehende Linien, sondern bilden ein zusätzliches Angebot. Im Juni sollen erste Plusbuslinien im Landkreis Meißen und Osterzgebirge starten. Ihre Leistungen werden dieses Jahr 40 000 Kilometer umfassen. Insgesamt sind 400 000 zusätzliche Kilometer geplant, welche der Verbund mit rund 800 000 Euro finanziert. Acht speziell gestaltete Plusbusse sollen nächste Woche in Meißen vorgestellt werden. Schrittweise nehmen die Linien ab dem nächsten Jahr auch ihren Betrieb in den Regionen auf, perspektivisch im ganzen Freistaat.

Plusbusnetz: www.szlink.de/plusbus

Neue S-Bahnen: www.szlink.de/sbahn

Leser-Kommentare

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Insgesamt 19 Kommentare

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  1. Seher

    DAS ist Regionalentwicklung! Anders als die kleingeistige Denke, wonach sich morgens immer mehr Menschen in ihre Wägelchen setzen, um sich dann täglich an denselben Knotenpunkten zu treffen.

  2. palle23

    Wow, das hört sich nach einem super Vorhaben an. Vor allem die Strecken über Cossebaude und Königsbrück können gut einen S-Bahn Anschluss gebrauchen. Ich nehme an, Großenhain und Riesa werden von der S5 dann abwechselnd angefahren? Aber warum wird denn die S4 ausgelassen?

  3. DDler

    @palle23: Es gibt im VVO-Gebiet schon eine S4. Die kommt von Leipzig und fährt bis Hoyerswerda. Ich nehme mal an, daß es daran liegt.

  4. Tom

    Wer weiß wie lange der ICE in Riesa überhaupt noch hält. Ansonsten macht es im übervollen und nur stündlich verkehrenden RE50 wenig Spaß mitzufahren. Und wenn Dynamo noch Heimspiel hat sollte man eine Fahrt gleich meiden, wenn man nicht unbedingt muss. Also für Region Riesa mit Glaubitz, Nünchritz würde eine S-Bahn bestimmt Potenzial haben. Vlt. wäre später noch ein Haltepunkt im Bereich Zeithain/Röderau zu realisieren.

  5. Kf

    Clever wäre es wenn die S2 verlängert würde. Potential ist dort mehr als genug, neben GloFo, Bosch und Phillip Morris kommt ja noch ein weiterer Grosinvestor dort hin.

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