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Mittwoch, 18.10.2017

Vorerst kein Wolfs-Abschuss

Das Ministerium erteilt der geplanten „Entnahme“ aus dem Rosenthaler Rudel eine Absage – und gibt der Kreisverwaltung Hausaufgaben.

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Dürfen Wölfe des Rosenthaler Rudels geschossen werden? Bisher gibt es keine Genehmigung.
Dürfen Wölfe des Rosenthaler Rudels geschossen werden? Bisher gibt es keine Genehmigung.

© Symbolfoto: dpa

Dresden/Bautzen. Das Sächsische Umweltministerium (SMUL) hat dem Bemühen des Landkreises Bautzen um eine Abschuss-Genehmigung für das Rosenthaler Wolfsrudel vorerst eine Absage erteilt. Zu der sogenannten Wolfs-Entnahme habe es einen Austausch zwischen Ministerium und Kreisverwaltung gegeben, so SMUL-Sprecher Frank Meyer. Demnach soll das Amt nun zunächst die Bewertung der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf einholen. Das werde in den nächsten Tagen geschehen, heißt es aus der Pressestelle der Kreisverwaltung.

Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) hatte sich im September für die Abschuss-Genehmigung stark gemacht, nachdem Wölfe aus dem Rosenthaler Rudel erneut Schafe in Schönau gerissen hatten. Einen ersten Vorstoß hatte Harig bereits im Frühjahr gemacht – nachdem ein Wolf in Großdöbschütz in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung aufgetaucht war. Aufgrund der strengen Artenschutzvorgaben war das Ansinnen gescheitert. Bislang gab es sachsenweit nur einmal grünes Licht für einen Abschuss. In diesem Fall konnte das Landratsamt Görlitz schlüssig darstellen, dass der Wolf „Pumpack“ unter bestimmten Voraussetzungen Menschen gefährden könnte, und dass kein anderes geeignetes Mittel zur Gefahrenabwehr möglich war. Dieser Begründung folgte das Ministerium. Zu einem Abschuss kam es indes nicht. Pumpack hatte sich einfach nicht mehr blicken lassen. (szo)

Leser-Kommentare

Insgesamt 21 Kommentare

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  1. Müller

    Und da wundern sich die regierenden noch über Wahlergebnisse! Die feinen Herren aus dem großen fernen Dresden, die den Wolf nur aus dem Zoo oder von Bildern kennen, entscheiden über das Wohl von Nutztieren auf dem Land. Liebe Regierung: Wenn ihr ernsthaft wiedergewählt werden wollt, dann erhebt euern A... aus dem bequemen Bürosessel und kommt mal raus aufs Land und fragt die Leute dort, was sie wirklich bewegt!

  2. Lysarion

    In der Welt online ist heute ein interessanter Artikel zur Verquickung von Politik, Umweltverbänden und der Ignoranz gegenüber den Problemen mit Wölfen. Erst wenn der erste Mensch tot ist wird es Geschrei geben und wie bei Mr. Amri wird keiner in der Politik die Verantwortung übernehmen. wahrlich wir leben im Spätrom der neuzeit!

  3. Lysarion

    Hier noch der Link zu meinem Kommentar: www.welt.de/politik/deutschland/article169642711/Das-gruene-Maerchen-vom-guten-Wolf.html

  4. Tobias Huth

    @2. Faszinierend wie sie wieder den Übergang zu ihrem Lieblingsthema gefunden habe. Hätte nicht gedacht, dass das beim Thema Wolf in Sachsen überhaupt möglich ist.

  5. André

    Was sich die Leute generell erlauben, ob nun Politiker oder Schäfer und andere, evtl. die Wölfe und anderes Getier zu erschießen,nur weil es ihnen nicht in den Kram passt. Wo nimmt sich der Mensch das Recht her, über die Daseinsberechtigung zu diskutieren. Man sollte froh sein dass der Wolf wieder in freier Wildbahn lebt. Aber hier glauben wirklich viele noch an Rotkäppchen, schönes Leben noch . Eigentlich müsste die ganze Tierwelt über den Menschen herfallen und vernichten , weil die Menschheit immer dämlicher und bekloppter wird!!!!!

  6. Sandra

    @André: Wo nimmt der Wolf sich das Recht her, unsere Tiere, die wir aufziehen, pflegen und betreuen zu töten? Und wieso sollte ich froh sein, dass der Wolf wieder in freier Wildbahn lebt? Ich wäre ja auch über einen neuerlichen "Freigang" von Yersinia pestis nicht froh! Nur weil etwas lang nicht da war und zurückkehrt, ist das noch lange nicht zwingend positiv! Und glauben Si es oder nicht nicht - die ganze Tierwelt vom kleinsten Virus bis zum Großraubtier würde ohne zu zögern über Sie herfallen, wenn sie nicht draußen mit und in der Natur leben würden! Ganz ohne Rotkäppchen...

  7. nonmigrant

    Die feinen Herren aus dem großen fernen Dresden (und aus Brüssel) die für den Wolfschutz verantwortlich sind finanzieren die gesamte Schafwirtschaft mit Steuermitteln. Kein Schäfer schreibt in Deutschland eine schwarze Null ohne staatliche Förderung. Eine Steuerung der Wolfsbestände hat der Herr Kupfer unmöglich gemacht, in dem er das Tier ungeachtet seines Schutzstatus ins sächsische Jagdrecht aufgenommen hat, möglicherweise sogar grundgesetzwidrig. Das deutsche Revierjagdsystem erlaubt die möglicherweise bereits erforderliche sachgerechte Regulierung von Wolfsbeständen objektiv nicht. Harig lenkt mit seinen Abschussforderungen doch nur von der desolaten politischen Lage seiner Partei im Landkreis ab. Nicht dass die Wölfe jetzt neben Großmüttern auch noch CDU- Landtagsmandate fressen. @Lyrason: Die größte Gefahr im Wald und Feld für Leib und menschliches Leben ist und bleibt der Jäger.

  8. Sandra

    @nonmigrant Woran liegt es wohl, dass Schäfer rote Zahlen schreiben? Landschaftspflege ist gewollt und gefordert (auch in div. Artenschutzrichtlinien), aber wird bescheiden und oft Monate zu spät bezahlt. Lamm isst der Discounterkunde lieber aus Neuseeland und der Pullover ist aus Plastik statt Wolle. Wer die Deiche (Fluß- wie Küstendeiche) pflegt, ist dem Amt in DD genauso egal wie der "Brüsseler Spitze". Hauptsache es macht ein Dummer für 'nen Appel und 'n Ei. Ich hoffe, dass das erste menschliche Opfer keine alte Frau ist (die Spitze der Grünen nehme ich ausdrücklich aus) und vielleicht das Märchen vom guten Wolf wieder etwas in Richtung Realität verschiebt!

  9. Lysarion

    @Tobias Huth - könnten Sie bitte belegen, dass das mein Lieblingsthema ist? Meine Kommentare hier drehen sich um verschiedene Themen. Wenn Sie es nicht belegen können ist es eine Unterstellung. Zu meinem Vergleich: Wolf und Amri zeigen deutlich, dass viele unserer Politiker nicht bereit sind Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. Passiert was, werden Krokodilstränen geweint und die "ganze Härte des Rechtsstaates" gefordert, nur passieren tut nichts!

  10. Steffen

    "Zu einem Abschuss kam es indes nicht. Pumpack hatte sich einfach nicht mehr blicken lassen." Da kann man nur hoffen das der Kuchen liebende Pumpak nicht doch eine illegale Kugel eingefangen hat und irgendwo entsorgt worden ist.

  11. Claudia

    Es ist wie mit allem, alles wollen reisen, aber keiner will in der Einflugschneise wohnen, alle wollen Benzin, aber keine will die Bohrinsel vom Strand aus sehen, alle wollen eine intakte Natur aber keiner möchte einem Wolf begegnen...Abgesehen davon, bekommen die meisten Menschen schon einen halben Herzinfarkt wenn eine Spinne ihren Weg kreuzt, oder eine Maus. Vielleicht sollte der Mensch lernen in seine Kraft zu kommen, anstatt alles was ihn bedroht zu vernichten. Lerne, deine Kräfte zu verstehen, so kannst du mit ihnen statt gegen sie gehen. (Schamanisches Sprichwort) God bless you <3

  12. Torsten

    Mir wird sich niemals erschließen können, mit welchem Recht überhaupt irgendein Landrat überhaupt es vollbringen kann, so viele Menschen zu beschäftigen. Ohjee, die arme "dumme" Natur, wagt sie uns mit ihren Geschöpfen zu belästigen, lasst zum Gewehr greifen um zu sichern ihnen unbedingt noch mehr ihres natürlichen Lebensraums für Häuser, Wohnungen, Industrie und dem Wahn des "Grillens" und Fleisch futtern nehmen zu können. Was ist schon der/ein Wolf im Vergleich zu uns doch so überlegenden herrschenden Menschen auf dieser Welt.

  13. frank

    Hallo André,hier meine volle Unterstützung für Deinen Artikel!!Die Nutztierhalter hatten 150 Jahre Ruhe vor dem herrlichen Beutegreifer- nun müssen sie ihre Herden schützen- mit Unterstützung durch Landesmittel- jetzt ist das Geschrei groß! Übrigens, der Kommentar von Lysarion: unmöglich!!!!Wer macht sich denn in der Landschaft immer breiter, daß es kaum noch Singvögel oder fliegende Insekten gibt? DER MENSCH!!!!

  14. Carola Neumann aus Hannover

    Der Andre spricht mir aus der Seele. Gott sei Dank gibt es doch noch viele Menschen, den es um das Tierwohl und der Natur geht. Wir nehmen den Tieren alles, sogar so viel, das sie sich sogar nicht mehr ernähren können Z. B Insektenschwund etc.

  15. Sandra

    @Frank & Carola (natürlich aus der Stadt...) Ich kann Ihnen an Zahklen des Bundes genau sagen, wer sich immer breiter macht: SIE! Die Landwirtschaft in DE hat von 1992-2012 ca. 865.000 Hektar Fläche abgegeben! Siedlung und Verkehr in der gleichen Zeit über 790.000 Hektar gefressen. Dies zum Einen und zum Zweiten: mir geht es auch um Tierwohl. Um das meiner Tiere, die ich artgerecht draußen auf der Weide sehen möchte und nicht im dunklen Stall oder zerfetzt in Ihrem eigenen Blut liegend. Wenn Sie also zum wolfsicheren Schutz sinnvolle Hinweise haben - immer her damit. Und was die Landesmittel angeht: da geht es um eine Billigkeitsleistung in Höhe von 80% des Materialwertes den das Amt ausrechnet. Stellen Sie sich vor, um ihre Wohnung wird ein breiter, tiefer Graben gezogen. Das Amt unterstützt Sie natürlich dabei weiter zur Arbeit zu kommen. Mit 80% der Kosten für ein Seil zum Drüberhangeln. Wie Sie das sicher anbringen und ob Sie es überhaupt nutzen können - nicht deren Problem!

  16. Märy

    Sandra, hallo erstmal, bin neu in dieser heterogenen Runde. "und zum Zweiten: mir geht es auch um Tierwohl. Um das meiner Tiere, die ich artgerecht draußen auf der Weide sehen möchte und nicht im dunklen Stall oder zerfetzt in Ihrem eigenen Blut liegend." Wenn es Ihnen um das Wohl Ihrer Tiere geht, weshalb beuten Sie sie dann aus? Für Wolle, für Lammfleisch, für Felle usw. Dem Lamm oder seiner Mutter ist es bestimmt nicht daran gelegen getötet oder geschoren zu werden. Ich war bei Schafsschuren dabei u. habe gesehen, was für eine stressige Tortur das für das Tier ist. Nein, es geht Ihnen einzig u. allein um Ihr eigenes, nämlich finanzielles, Wohl! By the way: Ich nehme an, Sie haben einen oder mehrere Herdenschutzhunde. Machen die ihren Job so schlecht?

  17. Märy

    Sandra, hallo erstmal, bin neu in dieser heterogenen Runde. "und zum Zweiten: mir geht es auch um Tierwohl. Um das meiner Tiere, die ich artgerecht draußen auf der Weide sehen möchte und nicht im dunklen Stall oder zerfetzt in Ihrem eigenen Blut liegend." Wenn es Ihnen um das Wohl Ihrer Tiere geht, weshalb beuten Sie sie dann aus? Für Wolle, für Lammfleisch, für Felle usw. Dem Lamm oder seiner Mutter ist es bestimmt nicht daran gelegen getötet oder geschoren zu werden. Ich war bei Schafsschuren dabei u. habe gesehen, was für eine stressige Tortur das für das Tier ist. Nein, es geht Ihnen einzig u. allein um Ihr eigenes, nämlich finanzielles, Wohl! By the way: Ich nehme an, Sie haben einen oder mehrere Herdenschutzhunde. Machen die ihren Job so schlecht?

  18. Sandra

    Ach Märy... Offensichtlich auch komplett neu im Thema. Wie kommen Sie darauf, dass ich meine Tiere ausbeute? Ich schlachte nicht, ich weide im Naturschutzgeiet um Arten zu erhalten und unter der Schur leiden Schafe nur, wenn a) ein Idiot sie macht oder b) sie nicht gemacht wird, dann nämlich verfilzt die Wolle, das Schaf ist nicht mehr geschützt und isoliert! Und ich mache soviel "Gewinn" aus der Schafzucht, dass ich sie mit einem 45-Stunden-Normaljob gegenfinanzieren muß. Und im Naturschutzgebiet ist es schlicht nicht erlaubt Hunde frei laufen zu lassen sind - ergo keine HSH.

  19. Helene

    Ich kann Andre hier nur recht geben. Es erschüttert mich zutiefst wie Menschen über Leben und Tod entscheiden. Die Menschen haben schon soviel auf dieser Erde angerichtet und tun immer noch unglaubliches. Es ist an der Zeit, den Tieren und der Natur den Respekt zurück zu geben und hier wieder Gutmachung zu leisten

  20. Sandra

    @ Helene: Wenn Sie Wiedergutmachung leisten wollen, dann tun Sie das. Pflanzen Sie Bäume, schaffen Sie das Auto ab, bauen Sie Ihr Essen im eigenen Garten an und verzichten Sie auf Flugreisen. Warum ich meine Tiere für Ihre Wiedergutmachung opfern soll, bleibt mir ein Rätsel.

  21. Paul

    Es muss endlich auch geklärt werden, ob die Wölfe in Deutschland wirklich von alleine aus Polen zugewandert sind oder ob man hier nachgeholfen hat. Das sogenannte Wolfsmonitoring mit den dazu gehörigen Ergebnissen muss endlich für die Bevölkerung "durchsichtig" und nachvollziehbar werden. MfG Paul

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