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Samstag, 15.09.2018 Sächsisch betrachtet

Volle Deckung, es regnet Geld!

Eine kleine Idee könnte 2019 alle Wähler sehr glücklich machen.

Von Gunnar Saft

Gunnar Saft
Gunnar Saft

© Robert Michael

DIE schlechte Nachricht dieser Woche: Sachsens Finanzminister hat auf ganzer Linie versagt. Sie ahnen, was ich damit sagen will, natürlich. Der Minister ist tatsächlich kläglich gescheitert, uns wieder eine Finanzkrise sowie ein schlechtes Gewissen einzureden. Vielmehr zeigt sein neuer Haushaltsentwurf, es ist noch jede Menge Geld übrig. Schön für uns, schlecht fürs Finanzministerium, das sich bald wieder von viel Steuergeld trennen muss, weil wir das doch lieber für uns selber ausgeben wollen.

DOCH ist dabei Eile geboten. Der Finanzminister muss die voll vollen Kassen nämlich nicht nur gegen uns, sondern auch gegen seine Kabinettskollegen verteidigen, wie jetzt die Landtagsfraktion der Grünen herausfand. Ganz heimlich hat die CDU-SPD-geführte Staatsregierung schon mächtig hingelangt. Ihr jährlicher Etat für Öffentlichkeitsarbeit soll von 11,5 auf 13,8 Millionen und der Etat für die Imagekampagne des Freistaates von vier auf fünf Millionen Euro steigen. Ausgerechnet im Wahljahr 2019. Kein Schelm, wer Arges dabei denkt.

UND es kommt schlimmer: Weil das Bundesverfassungsgericht Staatswerbung gerade in Wahljahren stark einschränkt, müssen die nun überprall gefüllten Werbetöpfe 2019 innerhalb von gut vier Monaten geleert sein. Da heißt es dann, volle Deckung, um nicht in Broschüren-Schauern, Plakat-Tornados oder Imagefilm-Gewittern Schaden zu nehmen. Vielleicht hilft eine klitzekleine Idee: Statt uns mit Werbematerial zu bombardieren, sollte die Regierung alle Wähler auszahlen. Pro Stimme gibt es den Gegenwert von 1 000 Großplakaten oder einem zweiminütigen Fernsehspot. Das schont die Umwelt und unsere Gesundheit. Nur der Finanzminister hat nichts davon.

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