erweiterte Suche
Mittwoch, 28.03.2018

Verschwundene Katzen tauchen auf der anderen Elbseite wieder auf

Immer wieder verschwinden Haustiere aus Canitz. Drei wurden auf der anderen Elbseite gefunden – an einen Zufall glauben die Besitzer nicht mehr.

Von Antje Steglich

Der Canitzer Christian Krella hat seine Katze Tapsi wieder. Sie war fast vier Wochen lang verschwunden.
Der Canitzer Christian Krella hat seine Katze Tapsi wieder. Sie war fast vier Wochen lang verschwunden.

© privat

Riesa/Zeithain. Schmusen gehört derzeit zu den Lieblingsbeschäftigungen von Tapsi. Seit Dienstag ist die fünf Jahre alte Katze wieder zu Hause im Riesaer Ortsteil Canitz – nach einer mehrwöchigen Odyssee auf der anderen Elbseite. Denn nachdem das Tier seit 1. März verschwunden war, tauchte es jetzt in der Nähe des Röderauer Kindergartens wieder auf.

Für Besitzer Christian Krella ist klar, dass seine Katze den Weg nicht allein bewältigt haben kann. „Da wäre sie fast zehn Kilometer gelaufen, das schafft keine Katze“, ist der 30-Jährige überzeugt. Zudem würde keine Katze freiwillig über die Elbbrücke laufen. Er glaubt vielmehr, dass das schwarz-weiße Tier absichtlich in ein Auto gelockt und nach Röderau gebracht worden ist. Es könnte ein Katzenhasser gewesen sein, dem vielleicht zu viele Katzen durch die Gärten des Dorfes streunen, meint der Canitzer. Und ganz abwegig schein die These nicht, denn Tapsi ist kein Einzelfall.

Innerhalb einer Woche – Ende Februar, Anfang März – sind insgesamt vier Katzen von derselben Straße aus Canitz verschwunden. Inklusive Tapsi wurden mittlerweile drei von ihnen wieder gefunden. Alle in Röderau. „Das sind für mich zu viele Zufälle“, sagt Christian Krella. Klar, laufen Katzen gern mal weg, gerade jetzt im Frühling, so der Canitzer. Aber bei gleich vier Tieren, die sonst selten mal länger wegbleiben, sei das schon mehr als ungewöhnlich. Tatsächlich haben Christian Krella und seine Nachbarn sogar eine Vermutung, wer der Täter sein könnte. Anzeige bei der Polizei hat er zwar nicht erstattet, weil er niemanden verleumden will. Sauer ist er trotzdem. Nicht nur weil Tapsi gelitten hat, sie verschnupft und vom ganzen Miauen heiser wieder zurück nach Canitz kam. Auch für ihn selbst und seine Familie waren die letzten Wochen nervenaufreibend. „Das macht einen mürbe, wenn man nicht weiß, was dem Tier passiert ist.“

Überall wurde nach Tapsi gesucht. Im Tierheim, in der Nachbarschaft und – nachdem die erste Nachbarskatze bereits am 6. März in Röderau gefunden wurde – auch in den Dörfern auf der anderen Elbseite. Doch vergeblich. Erst als in einer Gruppe des sozialen Netzwerks Facebook ein Foto von Tapsi auftaucht, hat Christian Krella endlich Gewissheit. „Ich habe sofort die weißen Haare erkannt“, freut er sich.

Gleich am nächsten Morgen, am Dienstag, fährt er deshalb nach Röderau, ruft nach Tapsi und hört endlich ein Mauzen. Ein schüchternes. Denn Tapsi ist so verunsichert, dass sie sich nur langsam an Christian Krella herantraut, vorsichtig an der Hand schnuppert – und sich erst dann kraulen lässt. Ausgiebig. „Eigentlich lässt sie sich nicht gern hochnehmen, jetzt aber kuschelt sie ausgiebig“, erzählt der Canitzer. Insgesamt scheint es der Katze einen Tag nach Auffinden aber gut zu gehen. „Ich bin so dankbar, dass es noch solche Menschen gibt“, sagt Christian Krella. Denn Tapsi – und scheinbar auch die anderen Canitzer Katzen – wurden von den Röderauern regelmäßig gefüttert und haben zum Teil sogar eine Flohkur verpasst bekommen. Er hofft deshalb, dass nun auch die vierte Katze aus Canitz, der zwei Jahre alte, schwarze Kater July, wohlbehalten gefunden wird.

Christian Krella selbst will jetzt vorbeugen: Tapsi soll ein spezielles Halsband bekommen, das ein Wiederfinden einfacher macht. Denn die Angst vor einem erneuten Verschwinden des Tieres ist groß.

Anzeigen in diesem Bereich hat es bei der Polizei allerdings bislang nicht gegeben. „In regelmäßigen Abständen werden an die Pressestelle der Polizei Anfragen herangetragen, die auf mutmaßliche Katzenmafias, Hundefänger und Ähnliches abstellen. Allein, bislang hat sich keine dieser Geschichten jemals bestätigt“, so Polizeisprecher Marko Laske.

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.