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Mittwoch, 03.09.2014

Spangenberg nicht Alterspräsident

Die AfD sieht sich mit einer heftigen Personaldebatte konfrontiert. Die rechtsgerichtete Vergangenheit einiger Mitglieder bringt die junge Partei in Erklärungsnot. Ein erster Amtsverzicht ist die Folge.

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Zog für die AfD in den sächsischen Landtag ein: Detlev Spangenberg.
Zog für die AfD in den sächsischen Landtag ein: Detlev Spangenberg.

© Marco Klinger

Dresden. Erster herber Rückschlag für die Alternative für Deutschland (AfD): Ihr Abgeordneter Detlev Spangenberg wird wegen seines umstrittenen Engagements in rechtslastigen Vereinen nun doch nicht als Alterspräsident des sächsischen Landtags antreten. Das teilte AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer gestern nach einer Krisensitzung der Fraktion mit.

Sein Landtagsmandat werde Spangenberg jedoch behalten, sagte Wurlitzer. „Uns ist gegenwärtig nichts bekannt, was es rechtfertigen würde, von ihm zu verlangen, sein Mandat nicht anzutreten.“ Der 70-jährige Radebeuler Steuerberater habe der Partei einen Teil seiner Vergangenheit verschwiegen und nur seine frühere Mitgliedschaft in der CDU mitgeteilt.

Spangenberg hat aber nach SZ-Recherchen das „Bündnis für Freiheit und Demokratie“ mitgegründet. Auf dessen Internetseite, in deren Impressum er als Verantwortlicher steht, fand sich das Ziel, Deutschland in den Grenzen von 1937 wiederherzustellen. Spangenberg sagte der SZ, er wisse nichts von der Existenz der Seite, habe nichts damit zu tun und teile nicht die dort genannten Ziele. Zudem kandidierte er für den Verein „Bündnis Arbeit, Familie, Vaterland“ des früheren CDU-Abgeordneten Henry Nitzsche, der nach rechtslastigen Äußerungen 2006 aus der CDU austrat.

Traditionell übernimmt der älteste Abgeordnete des Landtags die feierliche Eröffnung der ersten Plenarsitzung. Nach Spangenbergs Rückzieher fällt das Ehrenamt nun dem CDU-Abgeordneten Svend-Gunnar Kirmes aus Grimma zu. (SZ/two)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 9 Kommentare

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  1. jens

    Immer die gleiche Strategie. Wenn man eine Partei/Buch/Gruppe nicht mag, nehme man sich die Vergangenheit vor, irgendwo wird schon was zu finden sein… Und dann drauf! Dass das bei jeder Partei zur Verunglimpfung genutzt werden kann (bei der Vielzahl der Mitglieder wird sich immer etwas finden lassen) und dass man nicht von einem Einzelnen auf die ganze Partei schließen kann, spielt für die „Das wusste ich schon immer“-Tugendwächter leider keine Rolle… Dennoch ein Dank an die SZ: Der heutige Artikel ist deutlich neutraler als der gestrige.

  2. Alex

    Mir ist ein Mensch, der zu seiner Vergangenheit steht wesentlich sympatischer, als ein sächsischer CDU-Generalsekretär, der Steuern hinterzieht und damit den Staat und den Steuerzahler betrügt.

  3. Pinguin

    Und wie soll man verstehen, dass dem ehemalige NPD-Stadtrat von Großrückerswalde die Aufnahme in die AfD verwehrt wurde, der danach aber in der CDU aufgenommen wurde. Ist die CDU nun ein Auffangbecken für Rechte?

  4. elbgeist

    @Pinguin - Die CDU ist sozusagen der Schmelztiegel der Demokratie ;-) Da kommt jeder rein - Altkader der Blockpartei, dazu bissel SED (die SPD hat sie ja nich genommen) na und wenns sein muß auch NPD - einmal die Soße umgerührt "Christlich" und "Demokratisch" draufgeschrieben - ferdsch.

  5. S.R.

    Demokratie ist: Vom Volk gewählte Parteien zu akzeptieren! Sich an einen Tisch zu setzen und dann im Sinne des Volkes zu handeln und zu entscheiden. Alles andere interessiert nicht! Es gibt viele Personen die Fehler gemacht haben. Und diese Personen sitzen nicht nur in der AfD!

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