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Montag, 11.08.2008

Schadenersatz-Prozess MDR gegen Mohren wird erneut verschoben

Im Rechtsstreit um Schadenersatzforderungen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) gegen seinen früheren Sportchef Wilfried Mohren (50) ist ein für diesen Donnerstag geplanter Gerichtstermin abgesagt worden.

Leipzig - Der sogenannte Gütetermin wurde vom Arbeitsgericht Leipzig aufgehoben, teilte die Kammer am Montag mit. Einen neuen Termin gebe es noch nicht. Mohren hatte beantragt, das Verfahren auszusetzen, um den Ausgang strafrechtlicher Ermittlungen abzuwarten. Über diesen Antrag muss das Gericht nun entscheiden. Ein erster Gütetermin zwischen dem MDR und Mohren war bereits im Januar aufgehoben worden.

Der MDR hatte Mohren im Juli 2005 fristlos gekündigt. Dem ehemaligen Sportchef wird vorgeworfen, dass er sich bestechen ließ, um wenig populäre Sportereignisse zu übertragen und bestimmten Sponsoren damit einen Gefallen zu tun. Der MDR verlangt Schadenersatz und die Herausgabe des Bestechungsgeldes. Laut Gericht belaufen sich die Forderungen auf 170.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte Ende 2007 Anklage gegen Mohren erhoben, die aber vom Landgericht Leipzig noch nicht zugelassen wurde. Neben Mohren sind auch seine Frau und zwei Manager angeklagt, mit deren Firmen er zusammengearbeitet haben soll.

Derzeit läuft vor dem Landgericht Frankfurt am Main der Prozess gegen den früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig (63), dem unter anderem Betrug und Bestechlichkeit vorgeworfen werden. (dpa)