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Donnerstag, 17.08.2017

Sachsen weiter Spitzenreiter beim Bildungsmonitor

Über die Qualität des sächsischen Schulunterrichts wird derzeit heftig debattiert. Kritiker sehen in der hohen Zahl von Lehrer-Seiteneinsteigern ein Risiko. Doch bislang steht Sachsen gut da.

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© Symbolfoto: dpa

Dresden/Berlin. Das Dutzend ist voll: Trotz akuten Lehrermangels belegt Sachsen im bundesweiten Bildungsmonitor weiter den Spitzenplatz - zum zwölften Mal in Folge. In der am Donnerstag von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in Berlin vorgelegten Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln kommt der Freistaat auf 70,4 Punkte vor Thüringen (63,8) und Bayern (61,4). Die Untersuchung der wirtschaftsnahen Initiative bewertet anhand 93 Indikatoren, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

„Die Studie belegt, dass Sachsen nicht nur über eines der leistungsfähigsten, sondern auch sozial gerechtesten Schulsysteme in Deutschland verfügt“, hob Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) hervor. In Zeiten eines tiefgreifenden Generationswechsels in den Lehrerzimmern sei dieser Erfolg nicht selbstverständlich und nicht zuletzt auch der sehr guten Arbeit der Lehrerinnen und Lehrern zu verdanken.

Sachsen schneidet in den meisten der zwölf untersuchten Handlungsfelder sehr gut ab. Besondere Stärken werden dem Freistaat bei der Förderinfrastruktur (Platz 1), der Schulqualität (Platz 1) und der Vermeidung von Bildungsarmut (Platz 1) attestiert. So erreichten die sächsischen Schüler beim Lesen 2015 die besten Ergebnisse. Auch bei den Vergleichstest in Mathematik und Naturwissenschaften lagen sie vorn.

Defizite gibt es bei der vergleichbar hohen Zahl von Schülern ohne Hauptschulabschluss. 2015 lag die Zahl der Schulabbrecher mit 8,2 Prozent in Sachsen höher als im Bundesdurchschnitt (5,6 Prozent). Auch die Abbrecherquote unter Schülern mit ausländischen Wurzeln war im Freistaat mit 14,8 Prozent höher als im bundesweiten Schnitt (11,8 Prozent). Kritisiert wird auch die unausgewogene Altersstruktur der Lehrer gesehen. Nur in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist sie noch problematischer. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 11 Kommentare

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  1. Müller

    Die Studie ist von 2015, aber Frau Kurth lässt sich weiter beweiräuchern. 2015 gab es weder Seiteneinsteiger in den jetzigen Größenorndungen noch Lehrermangel wie heute. Liebe Frau Kurth, wachen Sie endlich auf und versuchen Sie nicht, das Volk durch Studien aus den vergangenen Jahren zu blenden!

  2. Martin H.

    Bevor sich Herr Tillich und Frau Kurth die Schulte wundklopfen, sollte man den Bericht sorgfältig studieren. Der Bericht bewertet die Vergangenheit. Die Jahre 2015 manchmal 2016. Die derzeitigen Katastrophen kommen in den nächsten Jahren. Im Bildungsmonitor wir auch die Qualität der Hochschulen bewertet, das zieht die Schulen mit nach oben. Dann sind von den 93 Kriterien einige dabei, die man nicht unbedingt beim Thema Schule erwarten würde: Ganztagesbetreuung, Studierende aus anderen Bundesländern, Drittmitteleinwerbung etc. Nicht, dass diese Faktoren unwichtig wären. Sie betreffen das Thema Qualität der Schule maximal indirekt. Insgesamt sind die Grundlagen für den Abstieg gelegt. Das sagt auch die Studie. Die verheerende Altersstruktur der Lehrer und die hohe Abbrecher-Quoten in allen Disziplinen. Alles noch rechtzeitig vor der nächsten Landtagswahl.

  3. Tom

    ...außerdem sind Veröffentlichungen des arbeitgebernahen Vereins "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" von vornherein mit Vorsicht zu genießen. Dieser Lobbyverein hat das langfristige Ziel, das Soziale in der sozialen Marktwirtschaft so weit wie möglich zurückzufahren. Ist aber ein anderes Thema...

  4. Alice

    Wie geht denn das? Einerseits ist Sachsen eines der schlechtesten Bundesländer in der konkret messbaren Zahl der Schulabrecher, aber gleichzeitig Spitzenreiter in der nicht näher erläuterten und sicherlich nicht einfach messbaren Kategorie "Vermeiden von Bildungsarmut". Auf welch wundersamem Weg wird in Sachsen der Teufelskreis Schulabbruch=kein Schulabschluss=kein Berufsabschluss=Bildungsarmut durchbrochen? Wie kommt man mit einer Höchstzahl an Schulabbrechern zu einem Spitzenplatz bei "Vermeiden von Bildungsarmut"? 8,2%, das sind bei Klassenstärken von 24-25 Schülern 2 Schüler pro Klasse. Das ist keine vernachlässigbare Randerscheinung, sondern ein Armutszeugnis für das sächsische Schulsystem.

  5. kein Fan

    Wer, wie ich, schulpflichtige Kinder hat, ordnet solche Studien unter "Fake news" ein. Dem SMK ist auch nichts zu blöd. Die Katastrophe ist im Anmarsch.

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