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Dienstag, 17.04.2012

Sachsen gibt sechs Millionen Euro für Heimkinder-Hilfsfonds

Dresden. Sachsen beteiligt sich mit fast sechs Millionen Euro an dem Hilfsfonds für Opfer der repressiven DDR-Heimerziehung. Das Kabinett gab diese Summe für die kommenden fünf Jahre am Dienstag frei. Damit soll nach Angaben von Sozialministerin Christine Clauß (CDU) unter anderem eine Anlauf- und Beratungsstelle finanziert werden. Zudem würden Bildungsangebote, Sozialleistungen, Rehabilitationen und Unterstützungshilfen für Folgeschäden gewährt.

„Staatliche Institutionen können das Erlittene nicht wieder gut machen, aber sie können finanzielle Unterstützung geben“, sagte Clauß. Aus dem insgesamt 40 Millionen Euro schweren Hilfsfonds, den Bund und ostdeutsche Länder zum 1. Juli einrichten, sollen Therapien, Beratung und Rentenersatzleistungen gezahlt werden.

Noch sei nicht klar, wo die Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet werden soll, sagte die Ministerin. Die Stelle in Sachsen werde vom Kommunalen Sozialverband geführt und solle mit Experten wie Juristen und Psychologen besetzt werden.

Die Zahl der Betroffenen in Sachsen könne derzeit nicht beziffert werden, sagte Clauß. Auf dem Territorium des Landes habe es einst rund 6.000 Plätze in Heimen gegeben, darunter der berüchtigte Jugendwerkhof Torgau. Dort sollte am Nachmittag die Ausstellung „Ziel: Umerziehung“ eröffnet werden, die sich dem Schicksal von Kindern und Jugendlichen widmet. Allein in der Anstalt Torgau waren zwischen 1964 und 1989 mehr als 4.000 Jugendliche untergebracht. (dpa)