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Samstag, 11.08.2018

Sachsen-CDU lehnt Koalition mit Linken ab

Michael Kretschmers Parteikollege Daniel Günther hat das Bündnis ins Spiel gebracht. Der sächsische Ministerpräsident sieht dafür keine Basis.

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Michael Kretschmer kann sich kein Bündnis seiner CDU mit der Linken vorstellen.
Michael Kretschmer kann sich kein Bündnis seiner CDU mit der Linken vorstellen.

© Pawel Sosnowski

Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lehnt eine Koalition mit der Linken strikt ab. „Die Positionen sind unvereinbar“, schrieb Kretschmer am Samstag auf Facebook und im Kurznachrichtendienst Twitter.

Damit reagierte der Vorsitzende der Landes-CDU auf einen Vorstoß seines Parteikollegen Daniel Günther. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein hatte sich offen gezeigt für Koalitionen von CDU und Linken. „Ich bin es nicht“, erklärte Kretschmer.

Alexander Dierks, Generalsekretär der sächsischen CDU, reagierte etwas heftiger auf den Vorschlag. „Langsam wird es verrückt“, sagte er. Für die CDU in Sachsen stelle sich die Frage nicht. Man habe eine Zusammenarbeit mit der Fortsetzungspartei der SED in den letzten fast 30 Jahren immer abgelehnt. Bei Themen wie Innerer Sicherheit oder Schulpolitik gebe es grundlegend verschiedene Vorstellungen über die gesellschaftlichen Entwicklungen in unserem Land. „Deshalb werden wir auch weiter selbstbewusst für eine große Zustimmung zu uns werben und uns nicht in überflüssigen Debatten verstricken“, erklärte Dierks.

In seinem Statement verwies Kretschmer darauf, dass die CDU Partei der sozialen Marktwirtschaft sei. „Freiheit und Sicherheit haben Priorität. Wir wollen eine starken, aber keinen allmächtigen Staat“, betonte der Regierungschef. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 22 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Manfred Hengst

    Das ist die Fortsetzung der Politik seit 1990 und muss am Ende die CDU selbst verantworten. Die Frage ist nur nach den gegenwärtigen Umfragewerten mit wem dann, da bleibt doch nur noch die AfD übrig ?

  2. Kein Fan

    Ich bin nun wahrlich kein Anhänger der Linken, aber in Punkte Bildungswesen und innerer Sicherheit eine von der CDU abweichende Meinung zu haben, ist eher positiv zu sehen. Wie Herr Dierks darauf kommt, genau die beiden Politikfelder, in denen die CDU so kläglich versagt hat, ins Feld zu führen, ist mir schleierhaft.

  3. Thomas Häntschke

    Der Lehrer- und Polizistenmangel in Sachsen, sind das Ergebnis der jahrelangen engstirnigen Politik der Sachsen-CDU, wobei sie jetzt krampfhaft, mit fragwürdigen Methoden (z. B. sinnlose Lehrerverbeamtung bis 42 und damit Ausgrenzung der älteren Lehrerschaft), versucht etwas zu retten. In Bezug der grundlegend unterschiedlichen Vorstellungen bei Innerer Sicherheit und Schulpolitik, sollte Herr Kretschmer diese mal detailiert aufzählen und begründen, warum es diese "Unterschiede???" gibt. Leider haben es die Linken, durch eigene parteiinterne Kämpfe, nicht geschafft, von den CDU-Fehlern zu profitieren. Für mich steht jedenfalls fest, das Herr Kretschmer kein Ministerpräsident für alle Sachsen ist, da er mit seiner Haltung gegenüber den Linken, auch die Wähler der Linken ablehnt bzw. zu bekehren versucht, sich von den Linken abzuwenden, da nur die Meinung der Sachsen-CDU für Sachsen die Richtige zu sein scheint.

  4. San Tiago

    "Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein hat sich offen gezeigt für Koalitionen von CDU und Linken." Die CDU ist dann wieder dort angekommen, wo sie zu DDR-Zeiten schon einmal war. Eine CDU-SED-Koalition wäre folgerichtig, denn sie zeigt, dass die CDU eine Partei ohne Prinzipien geworden ist.

  5. Friedemann

    Korrekt. Für soziale Dinge hat die CDU eh nix übrig.

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