erweiterte Suche
Freitag, 06.07.2007

Thierbach zählte zu den Großen

SZ-Leser Kuhnert erinnert an den Dresdner, der vor 75 Jahren als Siebenter bei der Tour für Furore sorgte.

Dresden. Mit Freude haben zahlreiche Fans zwischen Zittau und Großenhain die Tour-Premiere von Milram-Profi Enrico Poitschke, der aus Niesky stammt, registriert. Der Lausitzer ist der erste Radrennfahrer aus dem Regierungsbezirk beziehungsweise dem früheren DDR-Bezirk Dresden, dem dies gelang.

„Aber bereits vor dem Zweiten Weltkrieg fuhren Radsportler aus Dresden und Umgebung erfolgreich bei der Tour de France“, sagte SZ-Leser Heinz Kuhnert. Ergänzend an den SZ-Bericht erinnerte der Dresdner an Oskar Thierbach, der Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts zu den bedeutenden Rennfahrern in Deutschland zählte.

„Er stammte aus Robschütz bei Meißen und fuhr zunächst für die Wanderfalken und später für Albatros Dresden“, erinnerte sich Kuhnert, der für die SZ in seiner akribisch geführten Statistik blätterte: Sechsmal startete Thierbach bei der Tour, bei allen sechs Teilnahmen kam der zähe Sachse auch im Ziel an. Seinen größten Erfolg feierte Thierbach als Siebenter der Tour 1932. „Dabei wurde er immerhin im Ziel von drei der 21 Etappen Tages-Fünfter“, sagte Kuhnert.

Für den Leipziger Wolfgang Schoppe gehört Thierbach „im historischen Blick zu den großen deutschen Rennfahrern“. Der Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) erläuterte: „Der Dresdner hatte zu seiner Zeit nur ein bisschen Pech, dass ausgerechnet in seinem besten Jahr mit Kurt Stöpel ein anderer Deutscher erstmalig Zweiter der Tour de France wurde.“ So taucht in den meisten Ehrentafeln der Tour de France von den deutschen Teilnehmern meistens der Name Stöpel auf. „Aber Thierbach war in den 30er Jahren ähnlich populär wie heute Erik Zabel oder Jens Voigt.“

Nach dem Krieg versuchte Thierbach noch ein Comeback. Später verschlug es ihn nach Solingen, wo er 1991 starb. (SZ/bn)