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Donnerstag, 04.08.2005

Startfieber in Sebnitz

Von Andreas Reiche

Die Euphorie in Sebnitz ist groß. Innerhalb von zwei Jahren setzte der BSV 68 Sebnitz zu einem regelrechten Höhenflug an. Die Mannschaft aus der Blumenstadt schaffte den direkten Durchmarsch von der Bezirksklasse in die Landesliga und feierte in der abgelaufenen Saison mit dem gleichzeitigen Sieg im ESAG-Bezirkspokal ihren größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.

„Die Landesliga ist für uns absolutes Neuland. Wir werden uns aber den Aufgaben dort stellen. Wir hoffen, dass wir neben unseren spielerischen Potenzen auch vom Schwung und der Erfahrung der zwei aufeinander folgenden Aufstiege in der fünfthöchsten Spielklasse profitieren“, zeigt sich Hanno Gelfert, Abteilungsleiter Fußball des BSV, kurz vor dem Start optimistisch. „Natürlich bauen wir gerade auch in unseren Heimspielen ganz stark auf unser Publikum“, sagt er in der Hoffnung, dass der Zuspruch der Sebnitzer Fans auch in der Landesliga anhält.

Die pilgerten im Vorjahr so zahlreich wie lange nicht ins Waldstadion. Rund 350 Fußballfreunde besuchten im Schnitt die Heimspiele. Mit Mario Kern, der von Dieter Neubert assistiert wird, scheint man auch auf der Trainerposition endlich einen Volltreffer gelandet zu haben. In der Winterpause übernahm der ehemalige Bundesligaprofi das Kommando auf der Sebnitzer Bank und holte souverän den Titel. Logisch, dass der BSV-Trainer seinen ehemaligen Kollegen vom VfL zum Auftakt nur gar zu gerne ein Bein stellen würde.

Danach muss Neuling Sebnitz auswärts gegen Aue II antreten, bevor es in der dritten Partie im Waldstadion gegen Nord II eine endgültige Standortbestimmung gibt. Neu im Aufgebot des BSV steht Stefan Pietsch (VfL Pirna-Copitz). Aus den A-Junioren haben Sven Torlee und Raik Polzer den Sprung in das Landesligateam geschafft. Frank Baldauf, Martin Häfner, Tomasz Romaniuk und Thomas Schmuck verließen den Verein.

Die Sportanlage am Waldstadion, die über einen Kunstrasen- und einen Rasenplatz verfügt, wurde vor dem Saisonstart noch einmal auf Hochglanz gebracht. Der Rasenplatz, auf dem ein Großteil der Heimspiele ausgetragen werden soll, erhielt eine neue, vorerst provisorische Tribüne, die gut 150 Zuschauern Platz bietet.

Der VfL Pirna-Copitz bestimmt seit seinem Aufstieg in die Landesliga 1998 das Niveau in der fünfthöchsten Spielklasse mit. Regelmäßig gelangen den Copitzern Platzierungen unter den ersten fünf. Die Tür zum Oberhaus scheint für den VfL trotz größter Anstrengungen vor allem in den vergangenen beiden Jahren aber wie vernagelt. Präsident Ralf Thiele blickt dennoch voller Optimismus auf die bevorstehende Saison: „Die Mannschaft ist personell noch stärker als im Vorjahr. Wir haben eine gesunde Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Deshalb kann es für uns auch kein anderes Ziel geben, als wieder um den Aufstieg mitzuspielen.“ Eine klare Vorgabe für das Trainergespann Trautmann/Sickert. „Für uns ist es mittlerweile das fünfte Jahr, welches wir gemeinsam auf der Bank in Angriff nehmen. Da muss man auch mit dem Druck, den man in diesem Geschäft zwangsläufig hat, umgehen können“, sagt Andreas Trautmann.

Der Copitzer Trainer zeigte sich nach seinem Kurzurlaub erst einmal prächtig erholt. Wie lange dieser Zustand anhält, hängt natürlich wesentlich davon ab, wie seine Mannschaft aus den Startlöchern kommt. Zum Auftakt muss der VfL gleich beim Aufsteiger Sebnitz Farbe bekennen. Eine Woche später empfängt Copitz auf heimischem Rasen den FV Nord II.

„Es gibt keinen Favoriten“

Einen klaren Favoriten auf den Titel sieht Trautmann nicht. „Es gibt diesmal in der Liga viele neue Gesichter. Zwickau und Laubegast kamen aus dem Oberhaus, die drei Aufsteiger sind nicht zu unterschätzen, genauso wie die spieltechnisch guten zweiten Vertretungen. Da ist es ganz schwer, eine Prognose zu treffen. Da kann jeder jeden schlagen, und es wird sicherlich wieder spannend bis zum Saisonende.“

Mit Robert Krause (VFC Plauen) und Chris Auerswald (FC Eilenburg) kehren zwei ehemalige VfL- Akteure mit Oberliga-Erfahrung an die Birkwitzer Straße zurück. Ebenfalls neu im Aufgebot stehen Rostislav Salak (Bischofswerdaer FV) und Kamil Lenkvik (Seat Most). Verabschiedet haben sich Maik Schäfer (FV Nord), Sören Moses (SV Bannewitz), Stefan Pietsch (BSV 68 Sebnitz) und Vyacheslav Petruchin (unbekannt). Peter Heidler soll nach auskurierter Verletzung im August wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Mit dem Einsatz von Björn Berthold, der immer noch an den Folgen seines Kreuzbandrisses laboriert, ist frühestens im Herbst zu rechnen. Im satten Grün zeigt sich die Spielfläche des Willy-Tröger-Stadions, denn die erhielt im Juni einen neuen Rollrasen.