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Dienstag, 19.04.2005 Volleyball

Hawaii lockt an

Von Sascha König

Antje Buskies steht in diesen Tagen unter Strom. Die 18-jährige Volleyballerin des VC Olympia Dresden hat mit ihrem Team letzten Sonnabend die Saison in der 2. Bundesliga abgeschlossen, doch bereits in einer Woche folgt der eigentliche Jahres-Höhepunkt. Bei den Deutschen Meisterschaften der A-Jugend in Hamburg wollen die Dresdner Talente ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen.

Trainer Klaus Kaiser: „Das wäre das erste Mal, dass eine unserer Jugendmannschaften zweimal in Folge bei einer Meisterschaft gewinnt.“ Das Training läuft also auf Hochtouren und Antje Buskies muss seit letzter Woche umsatteln. In dieser Saison funktionierte Klaus Kaiser die 1,80 m große Athletin von einer Diagonalangreiferin zur Zuspielerin um. „Das hat gut geklappt, Antje hat sich mit viel Engagement in die Rolle als Spielregisseurin hineingefitzt und uns sehr geholfen“, lobt der Coach seinen Rotschopf. Doch bei den Deutschen Meisterschaften können die Dresdnerinnen wieder auf die Dienste ihrer angestammten Stellerin Maren Apitz, die gemeinsam mit Stephanie Kestner in dieser Saison für den VC Olympia Berlin in der 1. Bundesliga spielten, zurückgreifen. „Deshalb trainiere ich wieder auf der Diagonalposition“, verrät Buskies, die noch dazu mitten in den Abiturprüfungen steckt. „Für mich wäre der Titelgewinn der krönende Abschluss“, meint Buskies, die es in die Ferne zieht. „Ich habe mich für ein Auslands-Stipendium beworben, werde also Volleyball spielen und gleichzeitig Tourismus-Management studieren. Wie es derzeit aussieht, gehe ich nach Hawaii. Das ist natürlich ein kleiner Traum.“

Karg klopft oben an

Und Antje Buskies ist nicht die Einzige, die den VC Olympia verlässt. Auch Angreiferin Elisa Kühnel hat sich für ein solches Auslands-Stipendium angemeldet, sie schlägt ihre Zelte nach dem Abitur im Sommer wohl in den USA auf. Die dritte Abiturientin im Team, Sophie Schellenberger, ist noch am Überlegen, ob sie bleibt oder nicht. Libera Kathrin Rothe will sich nach dem Abi wahrscheinlich ihrer beruflichen Entwicklung widmen. Klaus Kaiser: „Es ist fast wie jedes Jahr. Die Mannschaft verändert in der nächsten Saison ihr Gesicht.“ Zu den Leistungsträgerinnen in diesem Jahr zählten die beiden Mittelblockerinnen Kristin Stöckmann und Stefanie Karg. Über ihre Zukunft wird in den nächsten Wochen entschieden. „Stefanie hat sich hervorragend entwickelt. Mit ihren Leistungen klopft sie an die 1. Liga an“, so Klaus Kaiser. Ob die 18-Jährige in die erste DSC-Mannschaft aufrückt, wollten die Verantwortlichen noch nicht verraten. Im Gespräch ist es auf jeden Fall. Für Kristin Stöckmann hieße das wahrscheinlich, ihre Heimatstadt zu verlassen. „Ich werde schauen, welche Angebote ich bekomme“, meint die 20-Jährige, die sich nach dem Abbruch des Studiums erst einmal voll auf Volleyball konzentriert. Ein kleiner Mannschaftskern bleibt Klaus Kaiser dennoch erhalten. Anne Richter, die letztes Jahr aus Weißwasser kam, und Friederike Thieme, die als Spätstarterin den Weg aus Zittau nach Dresden fand, werden weiter für den VC Olympia schmettern. Auch die Youngster Manja Simmank, Denise Schmidt und Fritzi Halwas stehen weiter zur Verfügung. Lediglich bei Jugend-Nationalspielerin Nicole Schröber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Kaiser: „Sie soll an den Stützpunkt nach Heidelberg wechseln, wo die Jugend-Auswahl konzentriert wird. Doch da gibt es noch einige Stolpersteine, unter anderem gehört das völlig andere Schulsystem von Baden-Württemberg dazu. Sie wird diese Woche mit ihren Eltern nach Heidelberg fahren und sich über alles informieren“

Natürlich wird die Mannschaft in den neuen Saison wieder „aufgefrischt“ mit Talenten aus der Trainingsgruppe von Landestrainer Wolfgang Tronick. Doch bevor es so weit ist, will Kaiser mit seinem Team bei der A-Jugendmeisterschaft um den Titel kämpfen.