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Montag, 21.06.2004

Frank Taubert hofft auf eine Medaille in Athen

Von den fünf Wasserspringern des Bundesstützpunktes Dresden, die bei den Deutschen Meisterschaften in Rostock starteten, haben sich garantiert drei, vielleicht aber auch vier für die Olympischen Spiele qualifiziert. Der 48-jährige Trainer der Spezialisten vom Zehnmeter-Turm, Frank Taubert vom Dresdner SC 1898, gehört in Athen ebenso zur deutschen Mannschaft.

Haben Sie sich den Verlauf der Meisterschaften so gewünscht?

Aus meiner Sicht lief tatsächlich alles rund, und meine Wünsche gingen auch in Erfüllung.

Trainer sind immer kritisch. Was hat Ihnen an Ihren Sportlern nicht gefallen?

Ich möchte jetzt nicht in einem Satz sagen, dass ich sehr zufrieden bin und gleich im nächsten Kritikpunkte suchen. Wir haben ein ganz hartes Vorbereitungsjahr für die Olympischen Spiele hinter uns, und unsere Sportler haben im letzten Wettkampf vor Athen noch mal alles aus sich herausgeholt.

Ist die gute Form Ihrer Athleten bis Olympia noch zu steigern?

Ich hoffe es. Wir haben jetzt Gelegenheit, noch mal zu regenerieren und im Training neu aufzubauen. Vor allem im physischen Bereich werden wir noch zulegen müssen.

Welche Ergebnisse erwarten Sie bei Olympia?

Am einfachsten im Vergleich zu allen anderen Disziplinen könnte es im Synchronspringen der Frauen vom Zehn-Meter-Turm sein. Durch die internationale Qualifikation sind nur noch die acht besten Paare am Start. Platz acht ist also schon sicher. Aber nach den Meisterschaftsleistungen von Annett Gamm und Nora Subschinski in Rostock habe ich die Hoffnung auf eine Platzierung zwischen drei und fünf. Im Einzel wird es bei Frauen und Männern ganz schwer. Ein einstelliger Rang sollte es schon werden. Für Heiko Meyer halte ich den sechsten Platz für realistisch. Bei den Frauen sehe ich ähnliche Möglichkeiten.

Sie trainieren im Bundesstützpunkt Dresden die mit Abstand stärkste Turmspringer-Gruppe Deutschlands. Wie kommen die Sportler, die ja untereinander härteste Konkurrenten sind, miteinander aus?

Ich sehe diese Situation nur positiv. Wer seinen stärksten Gegner ständig neben sich sieht, kann sich bestens orientieren und entsprechend motivieren. Meine Aufgabe besteht eigentlich nur darin, keinen Zwist zwischen den Sportlern aufkommen zu lassen. Aber diese Gefahr sehe ich überhaupt nicht. Wir sind ein sehr gutes Team.

Drei Aktive gehören dem Dresdner SC 1898 an, zwei dem SC Riesa. Macht sich diese unterschiedliche Vereinszugehörigkeit in der Trainingsgruppe bemerkbar?

Außer bei den Siegerehrungen überhaupt nicht. Mir redet im sportlichen Bereich niemand aus den Vereinen rein, und die Leistungen zeigen, dass sich das bewährt.

Das Gespräch führte Uwe Wicher.