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Donnerstag, 28.07.2005 Fußball

Ex-Dynamo in Meißen

Von Jörg Richter

„Noch im Januar war die Mannschaft tot. Jetzt ist sie ein Team“, sagt MSV-Trainer Bodo Kleinschmidt. Er ist zufrieden mit dem, was er im letzten halben Jahr beim Meissner SV anschieben konnte. Mit neu erwachtem Kampfgeist und auch etwas Glück haben sich die Domstädter in der Bezirksliga gehalten. Eine Zitterpartie wie in der zurückliegenden Saison wollen sie sich diesmal ersparen. Träumereien von der Landesliga erteilt Kleinschmidt allerdings eine klare Abfuhr. „Nun geht es darum, die Mannschaft zu stabilisieren“, sagt er, denn er sieht noch zu viele Formschwankungen in seiner Truppe. Einige Spieler seien zu schnell selbstzufrieden, wenn sie mal eine gute Partie abgeliefert haben. Kleinschmidt: „Diese Mentalität muss sich ändern.“

Für die kommende Saison hält er einen Platz im vorderen Mittelfeld, irgendwo zwischen Rang fünf und neun, für realistisch. Zu den Favoriten zählt er Kamenz und Bannewitz. „Wie ich Horst Rau kenne, wird auch der Radebeuler BC keine schlechte Rolle spielen“, so Kleinschmidt. Die Chancen der Neulinge, allen voran der dritten Mannschaft von Dynamo Dresden, seien dagegen schlecht einzuschätzen. Bis auf den Tschechen Hynec Vrabec bleibt die erste Mannschaft des MSV zusammen. Den Meißnern ist es gelungen, den Kader auf ordentliche 18 Spieler zu erweitern. Die Spiele, in der der Trainer nicht mal auf zehn Stammspieler zurückgreifen konnte, sollen der Vergangenheit angehören.

Über die Neuzugänge von Dirk Oberritter und Maik Schindler (beide vorher SV Wesenitztal) freut sich Kleinschmidt diebisch: „Das haben wir geschickt gemacht, einen unmittelbaren Konkurrenten so zu schwächen.“ Abwehrrecke Oberritter bringt viel Erfahrung mit, absolvierte Anfang der Neunziger sogar zwei, wenn auch kurze Bundesligaeinsätze (insgesamt 14 Minuten) für Dynamo Dresden. Der gebürtige Riesaer soll für Martin Simon in die zentrale Abwehr rücken. Dieser wiederum rückt künftig ins Mittelfeld, wo auch Schindler seine Stärken ausspielen soll. „Uns fehlte bisher ein Stratege hinter den Spitzen“, sagt Kleinschmidt. Schindler könne diese Rolle ausfüllen.

Mit Philipp Nielebock (TuS Weinböhla), Daniel Kittner (MSV 2.) und Torwart Adrian Mirsch (Laubegast/A-Junioren) hat er drei junge Talente gewinnen können, die er nach und nach in die Mannschaft integrieren möchte.

Morgen bestreitet der MSV sein nächstes Vorbereitungsspiel. Ab 19 Uhr ist der TSV Lichtenberg (Bezirksliga Berlin) im Stadion „Heiliger Grund“ zu Gast. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit einem der besten Fußballer, die Meißen jemals hervorgebracht hat. Wolfgang Juhrsch (57), der bis 1965 bei der TSG Meißen spielte und über die Stationen Einheit Dresden, Vorwärts Meiningen und Rot-Weiß Erfurt zu Union Berlin (1970-75) gelangte, trainiert seit einen Jahr den TSV Lichtenberg. Er nutzt die Kontakte zur Heimat, um mit den von ihm betreuten Mannschaften regelmäßig nach Meißen ins Trainingslager zu fahren.