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Montag, 29.12.2003 Motorsport

Erfolgreiches Comeback

Nach zwei Jahren Pause ging Norbert Haupt im Mai wieder an den Start der Historischen Deutschen Meisterschaft für Automobile. In seinem restaurierten Melkus PT 73 Spyder, einem Prototyp aus dem Jahr 1973, versuchte der 43-jährige Bautzener, an die Rennsport-Titel früherer Jahre anzuknüpfen – mit Erfolg. Nach dem Saisonfinale auf dem Nürburgring stand Haupt wieder ganz oben auf dem Treppchen.

Von Christian Kluge

Schon seit 1989 ist der Bautzener im historischen Automobilrennsport aktiv, nachdem er bereits 1974 an damaligen K-Wagenrennen teilgenommen hatte. Vor zehn Jahren unternahm der Angestellte mit einem MT 77 einen Abstecher in den Formel-Euro-Cup. 1996 folgte in einem Flügeltürer Melkus RS 1 000 der erste große Erfolg. In dem zweisitzigen Rennsportwagen wurde Haupt Vizemeister des Veteranen-Fahrzeug-Verbandes (VfV). Zwei Jahre später holte der Familienvater im selben Fahrzeug seinen ersten Meistertitel, und 1999 schaffte er nochmals den zweiten Platz.

„Nach Tests mit dem restaurierten Melkus-Spyder PT 73 im zweiten Halbjahr 1999 wurde dieser in der Saison 2000 eingesetzt“, berichtet Haupt, der mit diesem bis zu 210 km/h schnellen Einzelstück seinen zweiten Deutschen Titel einheimste. Das Fahrgestell seines Renners wurde dabei mit einer Aluminium-Karosserie versehen, Lenkung und Bremsen stammen vom Wartburg 353. Angetrieben wird der Melkus-Prototyp von einem Dreizylinder-Zweitakt-Motor mit 1 118 ccm Hubraum und einer Leistung von rund 100 PS. Das 590 kg schwere Fahrzeug ist mit einem Fünf-Gang-Renngetriebe ausgestattet.

Nach einer zweijährigen Rennpause stieg Haupt 2003 wieder in seinen Melkus-Spyder und ließ die Konkurrenz zum ersten Mal in Oschersleben hinter sich. Die ersten Rennen in Most hatte der Bautzener jeweils als Dritter beendet, danach folgten zweite Plätze in Horice und dem Stadtkurs in Dvur Kralove. Auf den Schleizer Dreieck langte es nur zu Platz fünf, danach war der Knoten geplatzt.

Die Vorentscheidung zu Gunsten von Haupt fiel beim 41. Frohburger Dreiecksrennen, als er sich trotz eines spektakulären Drehers im Training durchsetzen konnte. Beim Saisonfinale auf dem Eifelkurs sicherte sich der Bautzener dann seinen dritten Titel nach 1998 und 2000. Bleibt anzumerken, dass der gesamte motorsportliche Einsatz ohne Sponsorenunterstützung erfolgt, während für das Tuning des Motors schon seit Jahren der Dresdner Hans Rößler zur Verfügung steht.