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Mittwoch, 15.06.2005

Die Lausitz bangt um ihre Eis-Füchse

Von Sören Fiedler

Keine Prognose, keine Vermutung, nicht einmal ein Gefühl. René Reinert zuckt nur noch mit den Schultern. „Ich habe überhaupt keine Vorstellung, wie die Entscheidung ausfallen wird“, meint der Geschäftsführer des EHC Lausitzer Füchse. Er bangt genauso wie die gesamte Anhängerschar des Eishockey-Zweitligisten. Es geht um das Überleben des Traditionsvereins aus Weißwasser. Das Schicksal liegt in den Händen der Stadträte, die heute über einen Betriebskosten-Zuschuss für die Eishalle entscheiden. „Wenn der nicht kommt, wissen wir auch nicht weiter“, sagt Reinert. Mit anderen Worten: Gibt das Parlament die vorgesehenen 150 000 Euro für die Hallenbetreibung nicht frei, ist der Klub mit seiner über 70-jährigen Geschichte am Ende. „Allein kann der Verein die 280 000 Euro Betriebskosten für die nächste Saison nicht stemmen“, erläutert Reinert. Eine Notfall-Variante, die bei einem Nein der Stadträte notwendig wäre, gibt es nicht.

200 Nachwuchsspieler zittern

In die Schieflage gerät nicht nur die Profi-GmbH. Schwer wiegender wirkt sich eine Ablehnung auf den Stammverein Eissport Weißwasser aus. Rund 200 Nachwuchsspieler stünden auf einmal ohne Heimat da. Trainer und Betreuer hätten keine Beschäftigung mehr. „Daran darf ich gar nicht denken“, formuliert Reinert seine Ängste noch zurückhaltend. Knapp 50 Arbeitsplätze sind mit dem Eishockey-Standort Weißwasser verbunden. „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich will mir ein Untergangs-Szenario gar nicht ausmalen“, meint Reinert. Zumal eine positive Entscheidung der Stadt gleich einen zusätzlichen Geldsegen für den Eishockey-Sport mit sich bringen könnte: Der Energie-Konzern Vattenfall will sich mit 100 000 Euro an der Betreibung des Eishallen-Komplexes beteiligen. Verknüpft hat das Unternehmen sein zusätzliches Engagement aber mit der Zusage der Stadt.

Dass der sächsische Traditionsverein die Menschen bewegt, wird auch in der Spendenaktion „Wir sind ein Team – Gemeinsam für den Eissport in Weißwasser“ deutlich. 50 000 Euro sind in wenigen Wochen auf dem Konto eingegangen. Die erkleckliche Summe wäre für die Katz, wenn heute der Stadtrat den Geldhahn zudreht.