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Dienstag, 10.01.2006

Berlin krönt Freitaler Eisprinzessin

Von Arnd Lochmann

Mit einem Strahlen im Gesicht und unter dem Beifall des Publikums verlässt Sandy Hoffmann nach ihrer anstrengenden, dreiminütigen Kür die Eisfläche in der Sporthalle in Berlin-Hohenschönhausen. Die Entscheidung über Sieg und Platzierung der 22 Starterinnen liegt nun einzig und allein in den Händen der Preisrichter. In das bange Warten hinein ertönt über die Hallenlautsprecher die Durchsage: „Deutsche Meisterin 2006 in der Kategorie Nachwuchs Mädchen A ist Sandy Hoffmann.“ Die Freitalerin bricht nicht wie vielleicht erwartet in überschwängliche Freude aus. Nein, bescheiden wie sie sich auch sonst im Leben zeigt, nimmt sie den überragenden Triumph eher gelassen hin.

Bereits einen Tag zuvor sorgte Sandy mit ihrem fehlerfreien Kurzprogramm sowie dem ersten Platz gegen die deutsche Elite für einen ordentlichen Paukenschlag und stellte damit die Weichen in Richtung Podestplatz in der Endabrechnung. Immerhin musste sie sich dabei gegen die Sportlerinnen aus renommierten Leistungszentren wie Oberstdorf, Mannheim, München und Berlin behaupten.

Was die Zwölfjährige dann am Sonnabend in der Kür aufs Eis zauberte, brachte ihr allerhöchste Anerkennung seitens der Fachwelt ein, auch von ehemaligen bekannten Meisterläufern. Mit ihrem vom hohen Tempo bestimmten Vortrag, gespickt mit verschiedenen, fehlerfreien Sprüngen – darunter der Doppelaxel – und Kombinationen, exakt gedrehten Pirouetten sowie ausdrucksstarken tänzerischen Elementen, überzeugte sie nicht nur die Preisrichter. Mit einem beträchtlichen Vorsprung von fast acht Punkten verwies sie Jennifer Urban aus Oberstdorf und die Mannheimerin Nathalie Weinzierl auf die Plätze.

„Es ist für mich ein tolles Gefühl, den Erfolg meiner Tochter nach all den vielen Mühen und Entbehrungen zu erleben“, sagt Simone Hoffmann. „Ich kann das alles noch gar nicht richtig fassen.“ Großen Anteil am Erfolg hat auch Trainerin Evelin Gutzeit vom Dresdner Eislauf-Club. „Sandy wurde für ihren enormen Trainingsfleiß und die Disziplin belohnt. Sie hat gekämpft wie ein Löwe und dabei starke Nerven gezeigt“, lobt sie ihre Schülerin. „Unser Ziel war Platz drei bis sechs zu erreichen. Dass daraus nun sogar der Meistertitel wurde, macht mich total glücklich.“

Für die Schülerin am Sportgymnasium Dresden eröffnen sich mit diesem glanzvollen Sieg nun ganz neue sportliche Perspektiven und Herausforderungen. Sie erhielt bereits die Einladung zu einem hochkarätigen internationalen Wettkampf Ende Januar in Oberstdorf.