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Dienstag, 23.10.2018

Razzia gegen Organisierte Kriminalität im Ruhrgebiet und Sachsen

Razzia in den frühen Morgenstunden - im Ruhrgebiet und in einer sächsischen Stadt. Die Polizei zerschlägt eine Bochumer Drogenbande und inhaftiert vier mutmaßliche Clan-Kriminelle.

Bochum. Mit einer Razzia im Ruhrgebiet und mehreren Festnahmen ist die Polizei gegen eine Drogen-Bande mit bundesweit „weitreichenden kriminellen Verbindungen“ vorgegangen. Vier Brüder seien in Untersuchungshaft genommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Es handele sich um vier Brüder im Alter von 22, 28, 30 und 32 Jahren. Sie sollen in Bochum zu einem weit verzweigten arabisch-libanesischen Clan gehören. Dessen kriminellen Mitgliedern werden deutschlandweit Drogenhandel, Waffenhandel und Prostitution vorgeworfen.

Mehr als zehn Objekte - Wohnungen und Lokale - sieben in Bochum, je eines in Essen, Herne und später eines in der sächsischen Stadt Auerbach wurden durchsucht, sagte der Polizeisprecher. Drei der Brüder lebten in Bochum. Der Älteste, der sich als „Patron“ bezeichne, wohnte in Auerbach. Den Männern wird vorgeworfen, gewerbs- und bandenmäßig mit Kokain und Marihuana gehandelt zu haben.

Der vergleichsweise kleine Bochumer Ableger des Clans mit laut Polizei bundesweit geschätzten mehreren tausend Mitgliedern sei mit der Razzia nun zerschlagen oder zumindest empfindlich getroffen. Da es Hinweise auf eine Bewaffnung von Verdächtigen gab, waren Spezialeinsatzkommandos am Einsatz beteiligt.

Der Aktion gegen die organisierte Kriminalität waren mehrmonatige Ermittlungen vorausgegangen. Mehrfach sei es zu Gewaltdelikten und Drogengeschäften gekommen, bei denen ein Kiosk in Bochum und eine Shisha-Bar laut den Ermittlern eine zentrale Rolle spielten. Die Bande habe nicht nur im Raum Bochum einen schwunghaften Handel betrieben, sondern die Drogen auch in großen Mengen nach Sachsen eingeschleust. Kiloweise Kokain und Marihuana wurden sichergestellt.

Polizei und Justiz haben ihre Einsätze gegen mutmaßlich kriminelle Mitglieder von Clans unterschiedlicher Herkunft vor allem im Ruhrgebiet erheblich ausgeweitet. „Die landesweite Bekämpfung der organisierten Clan-Kriminalität geht weiter“, betonten Bochumer Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte jüngst von einem konsequenten Vorgehen gesprochen. „Den Kriminellen muss klar sein, dass unsere Gesetze gelten und nicht die des eigenen Clans.“

Erst am Wochenende war die Polizei mit einer Großrazzia in Sisha- und Sportsbars in Marl gegen Clankriminalität vorgegangen. Es gebe aber keine Hinweise drauf, dass eine Verbindung zwischen diesem Fall und den nun inhaftierten und festgenommenen Verdächtigen bestehe, sagte der Polizeisprecher. (dpa)