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Donnerstag, 17.05.2018

Pläne für Erzgebirgs-Bahntunnel werden konkreter

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Prag. Die Pläne für einen grenzüberschreitenden Bahntunnel durch das Erzgebirge werden konkreter. „Nach den politischen Bekenntnissen gehen wir nun zu den technischen Fragen und der Projektierung über“, sagte der tschechische Verkehrsminister Dan Tok am Donnerstag nach einem Treffen mit dem sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) in Prag.

Man sei übereingekommen, dass der insgesamt 26 Kilometer lange Tunnel nach deutschen Vorschriften geplant und betrieben werden solle. Dies werde in einem zwischenstaatlichen Vertrag festgeschrieben, der bis Ende des Jahres unterschriftsreif sei. Derzeit ist eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, um die Wirtschaftlichkeit des Projekts und die geologischen Bedingungen zu überprüfen.

Eine neue Hochgeschwindigkeitstrasse könnte die Fahrzeit zwischen Prag und Dresden auf eine Stunde von derzeit knapp zweieinhalb verringern. Die derzeitige kurvenreiche Strecke durch das Elbtal gilt als ausgelastet. Zudem klagen Anwohner über die Lärmbelastung. Die Bauarbeiten könnten um das Jahr 2030 beginnen und würden nach derzeitigen Schätzungen rund fünf Milliarden Euro kosten.

Dulig, der auch SPD-Landesvorsitzender ist, ist zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch in Prag. Dort will er sich auch über den Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr und das europäische Satellitensystem Galileo informieren. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Manfred Hengst

    Der Wahnsinn hat einen neuen Namen !! Warum keine Volksabstimmung in Sachsen und Tschechien, so wie es die Schweizer , wie es die Schweizer bei allen Tunnelprojekten gemacht haben. Oder hat man aus S 21 mit mangelhafter Beteiligung der Bevölkerung nichts gelernt.

  2. PS

    @1: Zustimmung! Dieses Projekt ist keine kluge Abwägung. / Nach deutschen Vorschriften - das wird wohl heißen es läuft wie Flughafen BER - kostet VIEL mehr als geplant und wird viel später oder nie fertig. Derweil werden dringend notwendige Investitionen in die existierende Eisenbahn-Infrastruktur versäumt. / Herr Dulig: Stattdessen umgehend den Großteil des LKW-Verkehrs von der A4 auf die Schiene. Nur so ist das akute A4-Problem lösbar, und zwar JETZT! Billiger und ökologischer als der A4-Ausbau ist es auch. / Eisenbahn nach Tschechien: Über die existierenden Strecken. Früher mit viel mehr Verkehr ging es auch. Aber modernisieren - u.a. Lärmschutz in Strecken und Wagen!

  3. Thomas

    Das Risiko dass auch dieses Projekt aus dem Ruder läuft gibt es natürlich, aber man kann auch aus Fehlern lernen. Und die Elbtalstrecke gibt tatsächlich nicht mehr viel her, möglich wäre noch eine massive Verdichtung im Nachtverkehr - doch dann viel Spaß im Streit mit den Gemeinden vor Ort, die ja jetzt schon gegen die Wiederinbetriebnahme des Rangierbahnhofs bei Krippen vorgehen. Die Schweizer haben sich übrigens in Abstimmungen meistens für Tunnel ausgesprochen. Und der neue Gottharttunnel ist planmäßig gebaut worden - übrigens mit Beteiligung sächsicher Bergbau-Expertise :) Die Entlastung der A4 ist ohne Frage die dringendere Aufgabe, doch langfristig ist für die Güter-Verlagerung auf die Schiene so ein Tunnel ebenso hilfreich. Eine RoLa von Breslau bis Halle bspw. muss außerdem auf Bundesebene (da Bund DB-Eigentümer) entschieden werden - ebenso wie die Verbesserungen der Rahmenbedingungen (Ausbau der Trassen und Verladeinfrastruktur, Veringerung der Trassenpreise etc.)

  4. Oswin

    Herr Dulig sorgen sie für eine Zusammenlegung aller, aber bitte aller ÖPNV's in Sachsen. Machen Sie sich stark für eine starke Deutsche Bahn, auch auf Nebenstrecken und im Nachtverkehr!

  5. PS

    @3: Ich meine ja nicht nur die Elbtalstrecke. Früher teilten sich vier Strecken rein: Elbtal (zweigleisig), Bad Brambach/Vojtanov (zweigleisig!), außerdem Ebersbach (eingleisig, noch vorhanden, derzeit ungenutzt!) und Zittau/Hradek (eingleisig).

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