erweiterte Suche
Donnerstag, 14.06.2018

Mehr Vielfalt im Team

Unternehmen und Behörden profitieren von Mitarbeitern aus verschiedenen Kulturen. Ein Beispiel: die Bundeswehr.

Dresden. Sachsen will sich verstärkt für mehr kulturelle Vielfalt in den Behörden einsetzen. Ziel ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeiter geschätzt und gefördert werden, unabhängig von Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität. Dafür will der Freistaat noch in diesem Jahr der sogenannten Charta der Vielfalt beitreten, kündigte Gleichstellungsministerin Petra Köpping an.

Die Bundeswehr als einer der größten Arbeitgeber des Landes profitiert seit 2012 von einer größeren Vielfalt an Erfahrungen und Qualifikationen, etwa Mehrsprachigkeit. Dadurch werde die Bundeswehr auch personell stärker, sagt Hartmut Stiffel, Oberregierungsrat im Zentrum Innere Führung. Teams mit unterschiedlichen Erfahrungen und Prägungen würden erfolgreicher agieren als homogene Gruppen. Seit 2015 hat die Bundeswehr ein Stabselement Chancengleichheit, im Mai 2016 wurde ein Team zu den Themen Vielfalt und Inklusion gegründet. Seit Anfang 2017 gibt es eine Beschwerdestelle für aktive und ehemalige Bundeswehrangehörige, die Opfer von Gewalt und Diskriminierung geworden sind.

„Als ich 1982 zur Armee ging, waren die Soldaten männlich, christlich, deutsch und heterosexuell“, sagt Harald Gante, Brigadegeneral der Offizierschule des Heeres Dresden. Heute hätten bis zu 24 Prozent einen Migrationshintergrund, und nur noch etwa ein Drittel sei christlich. Der Anteil der Frauen in den Streitkräften liege bei zwölf Prozent, zählt man die zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr hinzu, sind es 22 Prozent. „Ob jemand homosexuell oder transgender ist, interessiert keinen“, sagt Gante. Bei körperlichen und geistigen Fähigkeiten müssten aber Voraussetzungen erfüllt sein. (SZ/sca)