erweiterte Suche
Donnerstag, 03.12.2015

Mehr Sachsen mit Waffenschein

In Sachsen ist die Zahl der Menschen mit einer sogenannten waffenrechtlichen Erlaubnis in den vergangenen zwei Jahren um knapp 3 000 gestiegen. Grünen-Innenexperte Valentin Lippmann findet das erschreckend.

19

Ende Oktober waren 37579 Sachsen im Nationalen Waffenregister gespeichert.
Ende Oktober waren 37 579 Sachsen im Nationalen Waffenregister gespeichert.

© dpa

Dresden. In Sachsen dürfen immer mehr Menschen mit erlaubnispflichtigen Schusswaffen umgehen. Wie das Innenministerium auf eine Landtagsanfrage des Grünen-Innenexperten Valentin Lippmann mitteilte, stieg die Zahl der Menschen mit einer sogenannten waffenrechtlichen Erlaubnis in den vergangenen zwei Jahren um knapp 3000. Demnach waren Ende Oktober 37 579 Sachsen im Nationalen Waffenregister gespeichert. Lippmann nannte die Zahlen am Donnerstag erschreckend. „Die Sachsen versuchen offensichtlich vermehrt an erlaubnispflichtige Waffen zu kommen.“ Zuvor hatte bereits die „Leipziger Volkszeitung“ darüber berichtet.

Der Zugang zu den Waffen erfolge vor allem über die Schießsportvereine. „Dort meldeten sich von Januar bis Oktober 2015 insgesamt 346 Personen zu Sachkundeprüfungen an. So viele Prüfungsteilnehmer haben sich in den gesamten letzten vier Jahren nicht angemeldet“, meinte Lippmann. Auch bei staatlich anerkannten Lehrgangsträgern habe die Zahl der Prüfungsteilnehmer zugenommen.

„Dem Run auf erlaubnispflichtige Waffen muss ein Riegel vorgeschoben werden“, forderte er. Die Waffenbehörden müssten genau prüfen, ob Waffenscheininhaber und Waffenbesitzer über die erforderliche Zuverlässigkeit verfügten. „Waffen gehören auf keinen Fall in die Hände Rechtsextremer oder gewaltsuchender Hooligans.“ Das gelte auch für den sogenannten kleinen Waffenschein, der zum Führen von Schreckschusspistolen berechtigt. (dpa)

Leser-Kommentare

Seite 1 von 4

Insgesamt 19 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. MDSachse

    Lieber Herr Lippmann, nicht mit Halbwahrheiten um sich werfen, sondern erst mal informieren. Das koennte helfen. Es gibt keine Schusswaffenerlaubnisse ohne permanente Zuverlässigkeits- und Bedürfnissprüfung. Capito? Der sog. kleine Waffenschein betrifft nur Schreckschusspistolen etc. Die konnte bis vor ein paar Jahren jeder mit sich rumschleppen. Da kommt nur ein bisschen Gas vorn raus. Kein Geschoss. Eine Erlaubnis fuer das Fuehren von Waffen in der Öffentlichkeit bekommen im Übrigen nur Securityunternehmen und Politiker. Sportschuetzen und Jäger nicht. Also vielleicht mal den ideologischen Tunnelblick wegtun. Es gibt noch andere Formen des Lebens als due Bündnissgruene.

  2. Aleister Crowley

    Wie man hier bereits lesen konnte, sind die Ursache dafür die armen Wölfe! Die Leserbriefe dazu in der Printausgabe am Sonnabend waren sowas von köstlich. Ich habe das erste Mal seit langem beim Lesen der SZ gelacht.

  3. Bernd

    @2 Stimmt...toll war auch der Leserbrief zu den Pariser Anschlägen: "eine Sintflut hat nichts mit Wasser zu tun und ein Flächenbrand nichts mit Feuer" die Erklärungsversuche der deutschen Politiker, dass das ja alles "Franzosen" waren. So wie heute die Schießerei in San Bernardino...da kommt dann erst sehr spät der Hinweis auf "mögliche Hintergründe" aus dem Reich der Toyotallah's. Wie sagt doch mein Kumpel Minh aus Hollister/CA so gerne. "der sicherste Arbeitsplatz in San Francisco ist der des "tail gunners on a bread truck, also der des Heckschützen auf einem Bäckereiauto" . Alles ein Frage der Sichtweise. Herr Lippmann sollte sich mal ernsthaft mit den Erfordernissen zur Erlangung einer Schusswaffen- Erlaubnis befassen. Sonst würde er wissen das man sich zur Erlangung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung vor diversen und "allseits interessierten" Behörden "nackig" machen muss!

  4. Beobachter

    Herr Lippmann mag alles Mögliche sein, ein Innenexperte ist er nicht. Und der Redakteur hat auch nicht aufgepasst. Der sog. kleine Wafffenschein ist eine waffenrechtliche Erlaubnis, ihr Inhaber wird jedoch nicht im nationalen Waffenregister erfasst. Und die Zahl derer Besitzer ist in letzter Zeit sprunghaft gestiegen (SZ vor ca. 2 Wochen - Artikel: Sachsen rüsten auf). Damit stimmen die Zahlen im Artikel nicht mehr. Was soll also diese Stimmungsmache? KO-Spray und Schreckschusswaffen als Bedrohung des öff. Friedens? Und: Nicht jeder, der sich zu einer Prüfung(Sachkunde- und Jägerprüfung) anmeldet, besteht diese auch. Die Durchfallquoten sind recht hoch. Weshalb dann nur die Zahl der Anmeldungen? Wer die Sachkundeprüfung bestanden hat, hat noch lange keine Waffenerwerbserlaubnis. Erst mal über 1 Jahr regelmäßig im Schützenverein mit Vereinswaffe trainieren, dann kommt evtl. nach uneingeschränktem Führungszeugnis auch die eigene Waffe. Bestellungen in Polen gehen schneller, unregistriert

  5. Denk ich an Deutschland...

    Hinter Herrn Lippmanns Angst steckt meines Erachtens etwas ganz anderes... und das hat nichts mit dem Terrorismus zu tun. Kleine Waffenscheine, die zum Führen berechtigen, erhält man bestenfalls für eine Gas bzw. Schreckschußpistole. Selbst wenn tatsächlich nachts Verbrecher zu Besuch waren und eine reelle Bedrohung vorliegt, erhält man trotz Waffen-Sachkundenachweis und sauberem polizeilichen Führungszeugnis vom Amt eine Abfuhr mit Androhung von hoher Bearbeitungsgebühr, wenn man den Antrag auf einen Waffenschein nicht zurücknimmt! Das sind erlebte Tatsachen. Alles andere wurde von den anderen Kommentatoren bereits gesagt.

Alle Kommentare anzeigen

Seite 1 von 4

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.