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Donnerstag, 30.03.2017

Mehr Meister und Uni-Absolventen

Sachsen mit einer höheren Ausbildung verdienen mehr als mit einer Lehre. Sie werden auch seltener arbeitslos.

Ein höherer Abschluss wie der Meistertitel schützt auch vor Arbeitslosigkeit.
Ein höherer Abschluss wie der Meistertitel schützt auch vor Arbeitslosigkeit.

© Symbolfoto: dpa

Frankfurt/Dresden . Das Bildungsniveau in Deutschland ist deutlich angestiegen. Der Anteil der 18- bis 65-Jährigen ohne Berufsausbildung hat sich von 1976 bis 2013 mehr als halbiert, er liegt nun bei 16 Prozent. Der Anteil der Hochschulabsolventen hat sich gleichzeitig verdreifacht – auf zehn Prozent. Genauso viele Deutsche machen eine zusätzliche Ausbildung zum Meister oder Techniker. Das ergibt eine Studie des ifo Instituts München im Auftrag von Union Investment.

Nach den verwendeten Daten des Mikrozensus bleibt die Lehre ein zentraler und sozial wichtiger Baustein des Ausbildungssystems. 57 Prozent der Deutschen machen eine berufliche Ausbildung. In Sachsen verdienen sie damit durchschnittlich etwa 1 430 Euro netto im Monat – das sind 700 Euro weniger als im Süden von Hessen oder Schleswig-Holstein. Im Bundesdurchschnitt sind es 1 890 Euro. Am höchsten sind die Einkommen in den Bereichen Finanzen, Banken und Versicherungen, gefolgt von der Fachrichtung Verwaltung, Rechnungs- und Steuerwesen.

„Bildung zahlt sich nicht nur in Form eines höheren Einkommens aus“, sagt Ludger Wößmann, Professor am ifo-Institut. Jeder höhere Abschluss bringt über das gesamte Erwerbsleben zwischen 22 und 64 Prozent mehr Einkommen. Wer zusätzlich zur klassischen Lehre eine Ausbildung zum Meister oder Techniker absolviert, verdient in Sachsen durchschnittlich 1 700 Euro im Monat. Universitätsabsolventen kommen auf durchschnittliche Netto-Einkommen von 2 750 Euro pro Monat – innerhalb der ostdeutschen Bundesländer ist das einer der niedrigsten Werte. Im deutschlandweiten Durchschnitt sind es knapp 3 600 Euro.

Mit steigender Schulbildung sinkt auch das Risiko der Arbeitslosigkeit deutlich. Die Arbeitslosenquote ist mit einem Meistertitel in Ostdeutschland um bis zu 12,8 Prozentpunkte geringer als mit einer Lehre. Das Risiko, in Sachsen mit einem Universitätsabschluss arbeitslos zu werden, liegt je nach Region zwischen 2,9 und 5,5 Prozent – das ist mehr als zehn Prozent niedriger als mit abgeschlossener Lehre.

Aber nicht jedes Studium ist per se lohnender als eine Lehre mit Meister oder Technikerabschluss. Es gibt deutliche Unterschiede bei den Einkünften zwischen den Berufszweigen und der Studienrichtung, sagt Wößmann. Während man durch ein Medizinstudium über das gesamte Erwerbsleben durchschnittlich bis zu 983 000 Euro mehr verdienen kann, sind es bei einem Studium im Bereich Sozialarbeit nur 20 000 Euro Unterschied. (SZ/sca)