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Freitag, 26.04.2013

Langjährige Haftstrafen für rechte Crystaldealer aus Nordsachsen

Drogenberater schlagen Alarm, weil immer mehr Drogenkonsumenten dem Crystal verfallen. Drei Männer, die am Handel mit dem Rauschgift mitverdienen wollten, müssen dafür jetzt lange ins Gefängnis.

Die wegen Drogenschmuggels angeklagten Lars S. (l), Nico R. (M) und Peter M. (5.v.l.) stehen mit ihren Anwälten um Prozessauftakt im Landgericht Leipzig. Das Landgericht Leipzig sprach die 31, 26 und 25 Jahre alten Männer schuldig, im großen Stil Crystal aus Tschechien besorgt und in Deutschland weiterverkauft zu haben.
Die wegen Drogenschmuggels angeklagten Lars S. (l), Nico R. (M) und Peter M. (5.v.l.) stehen mit ihren Anwälten um Prozessauftakt im Landgericht Leipzig. Das Landgericht Leipzig sprach die 31, 26 und 25 Jahre alten Männer schuldig, im großen Stil Crystal aus Tschechien besorgt und in Deutschland weiterverkauft zu haben.

© dpa

Leipzig. Drei Mitglieder einer Crystaldealer-Bande aus Nordsachsen sind am Freitag zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig sprach die 31, 26 und 25 Jahre alten Männer schuldig, im großen Stil Crystal aus Tschechien besorgt und in Deutschland weiterverkauft zu haben. Über Kurierfahrer holten sie mehr als drei Kilo Methamphetamin ins Land. Die Behörden rechnen die Männer zur gewaltbereiten rechten Szene, der Älteste war Stadtratskandidat für die NPD.

Die Dealer hatten den Drogenschmuggel im Prozess weitgehend gestanden. Ihr Motiv: Geldprobleme. Der 31-Jährige wurde zu insgesamt 9 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt, der 26-Jährige zu 6 Jahren und 5 Monaten und der 25-Jährige zu sechseinhalb Jahren Haft. Der Älteste war erst im April 2012 vom Landgericht Magdeburg wegen Drogenhandels verurteilt worden. Davon offensichtlich ungerührt machte er nahtlos weiter. „Das ist schon ein starkes Stück“, sagte der Vorsitzende Richter.

Während des Prozesses wurden unzählige SMS vorgelesen, mit denen sich die Angeklagten verständigt hatten. Sie gingen demnach sehr konspirativ vor. Das Crystal wurde in den SMS mit dem Tarnnamen „Real Madrid“ bezeichnet.

Im August 2012 war die Bande aufgeflogen. Ihr Kurier wurde in Pirna nahe der deutsch-tschechischen Grenze kontrolliert. Unter seinem T-Shirt hatte er 300 Gramm Crystal verborgen. Der Mann - ein 54 Jahre alter Elektriker - hatte als Kronzeuge ausgesagt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte deutlich höhere Strafen gefordert - für alle Angeklagten mehr als acht Jahre. Die Behörde prüft nun, ob sie Revision einlegt. (dpa)

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