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Dienstag, 19.06.2018

Kritik an Demokratie-Preis

Annalena Schmidt aus Bautzen wurde von einer bundesweiten Initiative geehrt. Der OB meldet Bedenken an. Die Linke widerspricht.

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Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD).
Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD).

© Uwe Soeder

Bautzen. Eine Aussage des Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) sorgt jetzt für reichlich Diskussionen. In einem Internet-Video, das der OB auf seiner Facebook-Seite geteilt hat, spricht Ahrens unter anderem über die Bautzener Bloggerin Annalena Schmidt, die erst vor ein paar Wochen für ihr Engagement einen Preis vom bundesweiten „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ erhalten hat. Der OB betont dabei, dass er es gut findet, wenn sich jemand gegen Rechtsextremismus engagiert. Allerdings empfindet er einige Internet-Beiträge der Bloggerin, als „störend“. „Was mich ärgert, ist, wenn Bautzen immer wieder pauschal als braunes Nest oder Ähnliches dargestellt wird“, sagt Ahrens. Das stelle die Arbeit der vielen Menschen in der Stadt in Abrede, die sich gegen Rechts engagieren, meint der OB. Zwar wolle er der Bloggerin nicht den Preis absprechen. Doch im Zusammenhang mit der Verleihung hätte er zu bedenken gegeben, „dass sie am Faktor Toleranz noch ein bisschen arbeiten sollte“, so der OB im Interview.

Kritik nicht nachvollziehbar

Annalena Schmidt kann die Aussagen des Oberbürgermeisters nicht verstehen. „Ich frage mich, ob der OB überhaupt einmal meinen Twitter-Account angeschaut hat“, erklärt sie. Ähnlich äußert sich Bundestagsabgeordnete Caren Lay (Linke). Sie hatte die Bloggerin für den Demokratiepreis vorgeschlagen. Zu den Worten des Oberbürgermeisters sagt Lay: „Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen. Die Tatsache, dass Annalena Schmidt ausgezeichnet wurde, ist eine überaus positive Nachricht für Bautzen. Es ist nicht nur eine Auszeichnung für unsere aktive Zivilgesellschaft, sondern es lässt die Stadt auch endlich wieder in einem besseren Licht dastehen.“

Auch Steffen Grundmann, der für die Linken im Stadtrat sitzt, ist vom Verhalten des Bautzener Oberbürgermeisters enttäuscht. „Ich verstehe seine Worte als persönlichen Angriff auf Frau Schmidt“, sagt er. Statt auf dieser Art und Wiese auszuteilen, hätte sich Ahrens gründlicher darüber informieren sollen, wofür die Bloggerin ausgezeichnet wurde. (SZ/mho)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 24 Kommentare

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  1. susi

    Mir geht es gefühlt auch so wie Herrn Ahrens. Die meisten sehr aktiven Helfer und Ehrenamtlichen machen ihre Betreuung intensiv und sehr gewissenhaft ohne großes Geschrei oder kleine Veranstaltungen mit großem und dazu nicht korrektem Geschrei. Für diese Menschen ist es ein Schlag ins Gesicht zu hören, dass Bautzen vom Alltagsrassismus durchsetzt ist.... Wir kommen viel herum, sind an der Basis, es gibt überall Meinungen, die auseinander gehen. Veranstaltungen, die dann nur in eine Richtung der Meinungsfreiheit tendieren helfen nur dabei, Themen auf zu puschen und zu polarisieren... Ja, auch in diese Richtung ist sehr viel Toleranzverständnis zu fordern..

  2. Anmerker

    "Statt auf dieser Art und Wiese auszuteilen, hätte sich Ahrens gründlicher darüber informieren sollen, wofür die Bloggerin ausgezeichnet wurde." Eben das ist es ja, heutzutage werden "Demokratiepreise" nur in dieser politischen Richtung verteilt. Leider wird jeder der an den Zuständen Kritik übt oder anders denkt als die erwünschte Demokratie sofort in die Rechtsextremistische Ecke verortet. Ein dazwischen gibt es für diese Leute nicht. Zur Demokratie gehört das man weder Links noch Rechts sein darf, aber eine Meinung haben kann. Und so verstehe ich den OB.

  3. Horstl

    Wer sich heute die AfD wegwünscht, lebt scheinbar im Wolkenkuckucksheim und sieht nicht oder will es nicht sehen, was in Deutschland vor sich geht. Die AfD als derzeit einziges Korrektiv mit politischem Einfluß ist notwendig, um der Verbreitung des Islam bei uns etwas entgegenzusetzen. Wer hier jetzt von "rechts" oder "Rassismus" schwafelt, ist derart manipuliert, daß er offenbar seinen eigenen Abgang von der Bühne herbeisehnt.

  4. MuellerF

    Der OB verwechselt scheinbar Toleranz mit (leider weit verbreiteter) Gleichgültigkeit. Da sind Personen wie Frau Schmidt natürlich "Nestbeschmutzer"..trauriges Duckmäusertum eines Stadtoberen!

  5. Max

    Die Toleranz der Linken hört auf, wenn jemand eine andere Meinung hat. Frau Schmidt tickt genau so, jeder mit anderer Meinung ist ein Nazi. Diese Frau hat Null Toleranz, dass sie einen Preis für Toleranz bekommen hat, ist ein Hohn. Herr Ahrens hat da völlig recht, solche Nestbeschmutzer schaden dem Ruf der Stadt.

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