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Samstag, 10.03.2018

Kretschmer steht Tellkamp bei

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 Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.

© dpa

Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich vor den Dresdner Schriftsteller Uwe Tellkamp gestellt, der nach an Pegida erinnernden Äußerungen in die Kritik geraten ist. „Ärgerlich ist die schon wieder beginnende Stigmatisierung“, sagte der CDU-Politiker am Freitag. Tellkamp („Der Turm“) sei ihm als kritische Stimme willkommen. „Ich wünsche mir, dass wir in der Sache diskutieren. Wenn ein Streitgespräch zur Verurteilung einer Person führt, darf man sich nicht wundern, wenn keine offene Debatte mehr geführt wird“, warnte Kretschmer.

Es sei richtig, „dass die übergroße Mehrheit der zu uns kommenden Menschen Flüchtlinge sind, die in ihren Heimatländern keine Perspektive sehen“. Das sei ihnen nicht vorzuwerfen. „In Deutschland müssen wir aber darüber diskutieren, was wir realistisch leisten können und wie der soziale Frieden in unserem Land gewährt werden kann.“

Tellkamp hatte sich am Donnerstag mit dem ebenfalls aus Dresden stammenden Dichter Durs Grünbein einen verbalen Schlagabtausch um die Flüchtlingspolitik und Meinungsfreiheit geliefert. Dabei hatte der 49-Jährige gesagt: „Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent.“ Am Freitag hatte sich deshalb der Suhrkamp-Verlag von seinem Autoren distanziert. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 34 Kommentare

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  1. Steuerzahler

    Dem Satz: „Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent.“ kann ich nur zustimmen.

  2. Max

    Danke, Herr Kretschmer. Dass Herr Tellkamp mit seinem Satz faktisch richtig liegt, zeigt jeder Blick in die Statistik. Nur wenige Prozent können politische Verfolgung nachweisen, der Rest macht "ungenügende Zukunftsaussichten" u.a. Gründe für ihre Migration verantwortlich. Was gleichbedeutend mit der Aussage von Herrn Tellkamp ist. -- Dass sich dennoch ein Verlag von seinem Autor abwendet, zeigt, wie verdorben den Atmosphäre in D. mittlerweile ist.

  3. Ein Deutscfher aus Dresden in Sachsen

    Dem Satz: "95 Prozent der Kommentare sind Meinungsäußerungen, die noch dazu schlecht begründet sind." kann ich nur zustimmen.

  4. Sven

    Soweit sind wir also schon. Da wird jemand verurteilt, der etwas Richtiges sagt, was aber "an Pegida ... erinnert". Sind die dieenigen (Journalisten), die diese Meinung vertreten, vielleicht auch mal auf die Idee gekommen, dass Pegida in diesem Punkt vielleicht richtig liegen könnte?

  5. auch Steuerzahler

    Was mein Herr Kretschmer mit "beginnende Stigmatisierung" und "Verurteilung einer Person"? Falls damit der Suhrkamp-Tweet gemeint ist, halte ich diese Wortwahl für übertrieben. Bei mir entsteht der Eindruck, dass sich der amtierende Ministerpräsident schon einmal für die möglicherweise bevorstehende CDU-AfD-Koalition nach den nächsten Landtagswahlen aufwärmt. p.s.: Ist Herr Grünbein auch bei Herrn Kretschmer willkommen?

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