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Sonntag, 05.08.2018

Klimacamp: Veranstalter zufrieden

Riesige Bagger sollen bald Braunkohle schaufeln, wo jetzt noch das kleine Dorf Pödelwitz steht. Umweltschützer und Einwohner begehren dagegen auf – mit positivem Fazit.

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Das Klimacamp ist Teil einer globalen Klimagerechtigkeitsbewegung.
Das Klimacamp ist Teil einer globalen Klimagerechtigkeitsbewegung.

© dpa

Pödelwitz. Ein Klimacamp im Braunkohlegebiet Leipzig gegen den Abriss des kleinen Dorfes Pödelwitz endet am Sonntag nach gut einer Woche. „Wir sind zufrieden mit dem Verlauf des Camps und des Aktionstages am Wochenende“, sagte Florian Teller vom Organisationsteam am Sonntag zum Abschluss des Camps. Es seien insgesamt mehr als 1 000 Teilnehmer aus ganz Deutschland angereist, die friedlich für einen raschen Ausstieg aus der Braunkohle demonstriert hätten.

Der 700 Jahre alte Ort Pödelwitz soll der Braunkohle weichen, weil das Bergbauunternehmen Mibrag den Tagebau „Vereinigtes Schleenhain“ erweitern will. Der Betrieb will weitere Felder erschließen, um das Kraftwerk Lippendorf zu beliefern. Pödelwitz könnte das gleiche Schicksal treffen, wie das benachbarte Heuersdorf und zahlreiche weitere Orte in der Region, fürchten Umweltschützer und Einwohner.

Etwa 350 Aktivisten der Gruppe „Kohle erSetzen“ hatten deshalb am Samstag bei einem Aktionstag vier Zufahrten zum Kraftwerk Lippendorf mit Sitzblockaden versperrt. Eine davon löste die Polizei auf, um einen Schichtwechsel der Mitarbeiter zu ermöglichen, nachdem die Demonstranten den Bereich trotz Aufforderung nicht verlassen hatten. 18 Platzverweise wurden ausgesprochen. Die Aktion verlief laut Polizei und Demonstranten friedlich.

Unterstützung erhielt die Gruppe von der Bürgerinitiative „Pro Pödelwitz“. „Wir solidarisieren uns mit den Aktionen, um verkehrte politische Entscheidungen wieder in die richtige Richtung zu lenken“, sagte Jens Hausner von der Initiative.

Bei den Aktionen sei es aber nicht nur um Pödelwitz gegangen, sagte Teller. Vielmehr werde der gesamte Kohleabbau in Deutschland in Frage gestellt. „Klar ist, dass wir die Klimaziele nur erreichen können, wenn Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben“, sagte er. Das Leipziger Camp sei Teil einer internationalen Klimabewegung gewesen. Verschiedene Akteure hätten bereits Camps in den Niederlanden und in der Schweiz angekündigt. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Sören Göhler, Dresden

    Na hoffentlich sind die Klimaschützer allesamt klimaschützend angereist, nämlich zu Fuß oder auf nem Pferd. Selbst ÖPNV ist nämlich - die Gesamtenergiebilanz betrachtend - unterm Strich gar nicht so unschädlich wie viel meinen, denn weder Busse noch Bahnen wachsen auf Bäumen und auch Schienen nicht. Um all das zu produzieren, bedarf es nämlich immenser Energiemengen, allein dafür, um die Rohstoffe zu gewinnen. Jeder sieht immer nur die Menge an Treibstoff, doch das ist lange nicht alles. Ähnlich schlecht sieht das Gesamtschadenverhältnis zum Nutzen bei Solarenergie und auch bei Windrädern aus. Letztere erschlagen jährlich tausende Vögel und Fledermäuse und kaum wer nimmt das zur Kenntnis. Letztlich kann nur ein komplettes Zurück zur Natur die Biosphäre dieses Planeten retten. Alles andere ist nur ein Feigenblatt, um das Gewissen zu beruhigen.

  2. ICH

    Nun ist die Party wieder vorbei und der Strom kommt aus der Steckdose. Es sind keine Umweltschützer! Es sind Saboteure oder wie nennt man jemand, der die Arbeit der dort Beschäftigten stört? Die Einen konnten nicht zur Arbeit, die Anderen sollten ihren wohlverdienten Feierabend verpassen. @1, die sind auch mit dem bösen Dieselbus angereist;-(

  3. Manfred Hengst

    Für alle sie gern lästern, das augenblickliche Wetter hat was mit dem Klima zu tun, auch wen ihr es nicht wahrhaben wollt. Es lässt sich gut über die lästern die begriffen haben um was es geht, der Rest lässt sich gern belügen. Und da wäre da noch die Vertreibung der Menschen aus Pödelwitz, viele davon haben über die DDR gemeckert die es auch nicht ander4ers machte.

  4. Radebeuler

    @1+2: Ihr beklatscht die Enteignung unzähliger Einwohner und Gewerbetreibender zugunsten einer, seit Jahrzehnten, veralteten überflüssigen Energietechnik? Und Ihr habt auch noch nichts von den Klimaveränderungen bemerkt? "Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten."

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