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Sonntag, 11.02.2018

Keine Chance für Falschparker

Die meisten Knöllchen werden in Bautzen verteilt. In anderen Städten sinkt die Zahl der Parksünder.

Von Marleen Hollenbach

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Ihnen entgeht nichts: Die Mitarbeiter vom Bautzener Ordnungsamt schrieben im vergangenen Jahr mehr als 15000 Knöllchen. Das sind noch einmal 800 mehr als im Jahr zuvor.Nirgendwo im Landkreis werden mehr Parksünder ertappt.
Ihnen entgeht nichts: Die Mitarbeiter vom Bautzener Ordnungsamt schrieben im vergangenen Jahr mehr als 15 000 Knöllchen. Das sind noch einmal 800 mehr als im Jahr zuvor. Nirgendwo im Landkreis werden mehr Parksünder ertappt.

© Uwe Soeder

Bautzen. Der erste Platz ist Bautzen sicher. Wieder einmal schafft es die Kreisstadt an die Spitze, wenn es um die Anzahl der verteilten Knöllchen geht. Mehr als eine Viertel Million Euro hat die Stadt im vergangenen Jahr durch Falschparker eingenommen. Keine andere Kommune im Landkreis kann das übertreffen. Im Vergleich zu 2016 hat die Kreisstadt sogar noch zugelegt. Etwa 15 300 Falschparker fanden einen Strafzettel an der Windschutzscheibe. Das sind 800 mehr als 2016.

Im Vergleich dazu klingen die Zahlen niedlich, die aus den anderen Städten im Landkreis Bautzen gemeldet werden. So sind zum Beispiel in Radeberg 2017 die Einnahmen durch Falschparker um 2 000 Euro auf 35 100 Euro gesunken. Der große Unterschied zwischen Bautzen und den anderen Städten lässt sich allerdings nicht unbedingt auf das Verhalten der Autofahrer zurückführen. Zur Wahrheit gehört auch: In Bautzen wird am meisten kontrolliert.

Schwerpunkt: Parkplätze für Behinderte

Acht Mitarbeiter sind im Stadtgebiet auf der Suche nach Parksündern. Anders ist das in Kamenz. Eigentlich sind dort zwei Mitarbeiter im Einsatz, doch die erledigen nebenbei noch andere Aufgaben, betreuen unter anderem das städtische Fundbüro. Vor allem in der Kamenzer Innenstadt sind die Mitarbeiter besonders häufig unterwegs. Dort wurden im vergangenen Jahr auch die meisten Knöllchen verteilt. Ein weiterer Schwerpunkt: die Parkplätze für Behinderte. Damit dort nur steht, wer dort auch stehen darf, schaut das Kamenzer Ordnungsamts bei diesen Parkflächen besonders genau hin.

Thomas Käppler, Sprecher der Stadt Kamenz, kann auch sagen, an welchen Wochentagen viele Knöllchen verteilt wurden: Die meisten Parksünder registrierte die Stadt am Dienstag, gefolgt vom Mittwoch. „Allerdings hatten wir im vergangenen Jahr krankheitsbedingt sieben Monate lang nur einen Vollzugsbediensteten“, erklärt Käppler. Dass eine Arbeitskraft fehlte, zeigt sich auch an den Zahlen. So sanken die Einnahmen durch Parksünder von 31 100 Euro in 2016 auf 25 400 Euro.

Hoyerswerda schafft Parkscheinautomaten ab

Die Anzahl der Mitarbeiter ist aber nur ein Grund dafür, warum Bautzen Jahr für Jahr den Spitzenplatz in der Tabelle einnimmt. Es liegt auch daran, dass es in der Stadt so viele Parkflächen gibt, die kostenpflichtig sind. Die Kommune verfügt über mehr als 600 Stellflächen, bei denen die Autofahrer einen Parkschein am Automaten lösen müssen. Anders ist das in Bischofswerda. Dort kassiert die Stadt nur noch rund um den Markt ab. In Hoyerswerda geht man noch einen Schritt weiter. Die Stadt hat die Parkautomaten schon vor ein paar Jahren Schritt für Schritt abgeschafft. „Wir sehen das als Willkommensmaßnahme“, erklärt Stadtsprecher Bernd Wiemer.

Dahinter steckt aber noch viel mehr. Weil weniger Menschen in Hoyerswerda leben, suchen auch weniger einen Parkplatz. Als die Automaten noch standen, wichen die Autofahrer auf kostenlose Stellflächen aus. Immer weniger Einnahmen konnte Hoyerswerda mit den Parkgebühren generieren. So wenig, dass die Abschaffung der Automaten schließlich kein großes Loch in der Stadtkasse hinterließt. Ganz anders ist das in Bautzen. Zusätzlich zum Knöllchen-Geld nimmt die Stadt jährlich noch einmal etwa 600 000 Euro durch Parkautomaten ein. In Kamenz verlangt die Verwaltung auf zwei Parkflächen Gebühren. Allerdings können Autofahrer die erste Stunde mit Parkuhr kostenlos halten. An den Tickets verdiente die Kommune im vergangenen Jahr rund 4 600 Euro.

Verwarngelder landen in der Satdkasse

Genau wie in Hoyerswerda gibt es auch in Radeberg keine Automaten, die von der Stadt betrieben werden. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Parksünder gibt. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind immer dann gefragt, wenn Parkuhren fehlen oder wenn Zeiten überschritten werden.

Das Geld, dass die Kommunen durch Falschparker einnehmen, landet in der Stadtkasse. Zweckgebunden ist es nicht. Das heißt, die Verwaltungen können nicht sagen, wofür genau das Geld verwendet wird. Es kann aber gut sein, dass Parksünder die Sanierung einer Straße mitfinanzieren. Mit dieser Vorstellung können sich all jene trösten, die an ihrer Scheibe schon wieder einen Zettel finden.

So viel bringen Knöllchen in die Stadtkasse
Parkvergehen Einnahmen Mitarbeiter
Bautzen 15.315 263.426 Euro 8
Kamenz 2.001 25.400 Euro 2
Radeberg 2.439 35.100 Euro 2
Hoyerswerda 2.500 39.800 Euro 5
Quelle: Stadtverwaltungen, Angaben für 2017

Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Autofahrer

    Samstags in auf der Kreisseite Bautzen,Sonntags auf der Sachsenseite der SZ !Toll liebe SZ wie Ihr es schafft die Touristen zu vergraulen.Man könnte denken das einzige Souvenier von BZ wäre es ein Knöllchen mit nach Hause zu nehmen. Naja,Ihr liebt eben negative Statistiken.

  2. Dresdner Bürger

    @1, Wenn es nun aber mal so ist... Bautzen will offensichtlich Geld "verdienen" und ist damit recht erfolgreich! Sei's drum. Das darf man aber doch auch kommunizieren! Mein Tipp für Sie: Dresden, die Neustadt - dort sind Sie stets willkommen! Parken Sie auf dem Gehweg Hoyerswerdaer Strasse, dort wird kein Ordnungswidrigkeitsgeld erhoben! Tagtäglich stehen da die Autos superdreister Menschen und weil es derer nicht zu viele gibt, finden sie immer noch eine Abstellmöglichkeit! Gleiches gilt vor abgesenkten Borden oder in Feuerwehrzufahrten bspw. im Stadtteil Prohlis, wobei dort aufgrund der Ausgewogenheit zwischen vorhandenen Parkflächen und KFZ-Dichte fussläufig auch genügend zulässige Parkplätze, welche nicht von Ordnungsgeld bedroht sind, zur Verfügung stehen und etwas Bewegung an frischer Luft im Allgemeinen nicht schadet! Insbesondere auch den Kindern der städt.Kita Vetschauer Str., wo regelmäßig auch die Abholautos auf dem GEHweg parkieren, ebenfalls "kostenfrei"!

  3. Dresdner Bürger

    @1, Wenn es nun aber mal so ist... Bautzen will offensichtlich Geld "verdienen" und ist damit recht erfolgreich! Sei's drum. Das darf man aber doch auch kommunizieren! ...-> Mein Tipp für Sie: Dresden, die Neustadt - dort sind Sie stets willkommen! Parken Sie auf dem Gehweg Hoyerswerdaer Strasse, dort wird kein Ordnungswidrigkeitsgeld erhoben! Tagtäglich stehen da die Autos superdreister Menschen und weil es derer nicht zu viele gibt, finden sie immer noch eine Abstellmöglichkeit! Gleiches gilt vor abgesenkten Borden oder in Feuerwehrzufahrten bspw. im Stadtteil Prohlis, wobei dort aufgrund der Ausgewogenheit zwischen vorhandenen Parkflächen und KFZ-Dichte fussläufig auch genügend zulässige Parkplätze, welche nicht von Ordnungsgeld bedroht sind, zur Verfügung stehen und etwas Bewegung an frischer Luft im Allgemeinen nicht schadet! Insbesondere auch den Kindern der städt.Kita Vetschauer Str., wo regelmäßig auch die Abholautos auf dem GEHweg parkieren, ebenfalls "kostenfrei"

  4. kein Fan @ Autofahrer

    Liebe(r) Autofahrer, es gehört nun einmal zur journalistischen Aufgabe, Dinge zu veröffentlichen, von denen die Allgemeinheit sonst nichts oder nur unter großem Aufwand erführe. Gerade dieser Beitrag ist mit der Tabelle ein gutes Beispiel journalistischer Arbeit. Was man mit diesen Zeilen macht - sich freuen oder ärgern - ist nicht Aufgabe des Verfassers. Ich danke der SZ für den Aufsatz. Die eine Stadt macht sich attraktiv, indem sie direkte Abgaben (Parkgebühren) vermeidet und auf die Belebung des Handels und Handwerks setzt, die andere nimmt lieber das direkte Geld aus dem Beutel des Kunden. Einfacher ist halt das zweite. Ob es nachhaltig ist, bleibt zu bezweifeln.

  5. Autofahrer

    @Dresdner Bürger,Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verschaffen schreiben sie gleich doppelt.Und beschweren sich über Sachen die in DD Gang und Gebe sind? @4 Ich bin Randbautzner und muss mit dem Auto in die Stadt,jedoch habe ich an meinem Auto noch kein Ticket von der Stadtverwaltung gehabt.Ich bin auch kein Freund dieser Kontrollen aber was sein musss?Muss sein.Und mit der Parkraumüberwachung kann die Stadt gutes Geld machen,es hat jeder in der Hand wieviel er dazu beiträgt.

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