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Sonntag, 06.05.2018

Jugendliche stirbt auf E-Lok

Eine 17-Jährige klettert in Pirna auf das Dach einer S-Bahn. Ihre Begleiterin steht unter Schock.

Von Daniel Förster

Feuerwehrmänner bergen die Leiche der Jugendlichen von der Lok.
Feuerwehrmänner bergen die Leiche der Jugendlichen von der Lok.

© Daniel Förster

Pirna. Aus Sicht der Polizei spricht vieles für jugendlichen Leichtsinn. Zusammen mit ihrer 18-jährigen Freundin wollte die 17-Jährige Schülerin aus Hohnstein am Samstagabend mit der S-Bahn nach Dresden fahren. Warum genau sie am Bahnhof Pirna zwei Gleise überquerte und schließlich auf das Dach einer abgestellten S-Bahn-Lok kletterte, ist noch unklar. Auf dem Dach der Lok kam die junge Frau der 15 000-Volt-Oberleitung zu nahe, wurde von einem Lichtbogen getroffen und starb.

Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten fuhr kurz vor 23 Uhr zum Bahnhof, zunächst ging man von einem Brand aus. Die Rettungskräfte fanden die 18-jährige Mitschülerin im Gelände. Sie war zusammengebrochen und wurde von zwei Passanten getröstet.

Erst nach und nach wurde den Einsatzkräften klar, was sich abgespielt hatte. Feuerwehrleute begaben sich mit Leitern auf die Lok und entdeckten die tote Frau, bargen ihre Leiche. Die unter Schock stehende Freundin wurde vom Kriseninterventionsteam betreut und ins Klinikum gebracht.

Die Ermittler fragen sich, ob bei dem Unglück Alkohol oder Drogen eine Rolle gespielt haben könnten. Dazu erhoffen sie sich von der Obduktion des Leichnams genaue Erkenntnisse. Die Bahnstrecke war nach dem Unglück drei Stunden gesperrt.

Das leichtsinnige Klettern auf Züge sorgt immer wieder für schwere Unfälle. Deshalb warnt die Deutsche Bahn eindringlich davor, ihre Anlagen unbefugt zu betreten. Das gelte auch für das Hantieren mit Luftballons, Drachen oder Wasserschläuchen neben oder über Bahnanlagen. Wenn ein Mensch näher als eineinhalb Meter an eine Oberleitung gerät, könne dies bereits tödliche Folgen haben. (df)