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Donnerstag, 26.11.2015

Islamismus-Experte des LKA protestiert vor Asylunterkunft

Ein Mitarbeiter des Landeskriminalamts Sachsen demonstriert vor einer Flüchtlingsunterkunft. Der Mann heißt Frank Oertel - und ist der Ex-Ehemann der Pegida-Mitbegründerin Kathrin Oertel.

Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann hat die frühere Pegida-Frontfrau Kathrin Oertel hat am Donnerstag in Radebeul gegen den Einzug von zwölf Flüchtlingen protestiert.
Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann hat die frühere Pegida-Frontfrau Kathrin Oertel hat am Donnerstag in Radebeul gegen den Einzug von zwölf Flüchtlingen protestiert.

© Archivbild: kairospress

Radebeul. Die frühere Pegida-Frontfrau Kathrin Oertel hat am Donnerstag gemeinsam mit ihrem Ex-Mann vor dem Hort der Grundschule Kötzschenbroda im Radebeuler Stadtteil Kötzschenbroda gegen den Einzug von zwölf Flüchtlingen in ein Nebengebäude der Schule protestiert. Beide gaben dem Online-Portal Mopo24 Interviews. Pikant: Oertels früherer Ehemann arbeitet beim Landeskriminalamt Sachsen in der Spezialabteilung extremistischer Islamismus.

Daraufhin angesprochen, sagte Landeskriminalamts-Sprecher Tom Bernhardt, Herr Oertel habe sich in den Videos lediglich privat geäußert. Seine Aussagen stünden in keinem Zusammenhang mit seinem Job. Deshalb sehe das LKA derzeit keinen Grund zu intervenieren. „Sollte es tatsächlich eine ’Blockade‘ gegeben haben, wird das hausintern entsprechend geprüft.“

Gemeinsam mit einem weiteren Vater hatte sich das frühere Ehepaar am Eingang des Nebengebäudes postiert, um vor allem ein Zeichen gegen die schlechte Informationspolitik zu setzen. „Wir wurden erst am Mittwochabend darüber informiert, dass am Donnerstag hier bis zu zwölf Flüchtlinge einziehen sollen. Wir wissen auch nicht, wo diese Leute herkommen und ob sie sich überhaupt eine Gesundheitsprüfung unterzogen haben“, erklärt Kathrin Oertel. Sie forderte eine räumliche Trennung von den Flüchtlingen. Ihre Kinder besuchen den Hort der Schule. Ehemann Frank Oertel betonte, der Protest richte sich nicht per se gegen die Flüchtlinge. „Die Menschen sind herzlich willkommen. Wir stehen hier, weil wir nicht zufrieden sind, dass man uns gestern erst darüber informiert hat.“

Die Aktion endete nach rund zwei Stunden. „Wir haben uns mit einem Vertreter der Stadt auf einen Termin verständigt, um eine tragfähige Lösung für beide Seiten zu finden“, sagte LKA-Spezialist Frank Oertel. (uwo)

Anm. d. Red.: In einer vorherigen Fassung des Artikels war davon die Rede, der Protest habe vor der evangelischen Grundschule im Radebeuler Stadtteil Kötzschenbroda stattgefunden. Das Ehepaar Oertel protestierte aber vor dem Zugang der neuen Asylunterkunft, die im selben Gebäudekomplex untergebracht ist. Ferner schrieben wir, dass Kathrin und Frank Oertel ein Ehepaar sind. Dies ist nicht mehr der Fall. Wir bitten, die Fehler zu entschuldigen.