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Samstag, 23.12.2017

Holzfeuer und Grill bringen dicke Luft

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Holzkohlegrill, Lagerfeuer und Kamin bringen an Wochenenden mehr Ruß-Feinstaub in die Luft als der Autoverkehr.
Holzkohlegrill, Lagerfeuer und Kamin bringen an Wochenenden mehr Ruß-Feinstaub in die Luft als der Autoverkehr.

© Patrick Pleul/dpa

Dresden. Holzkohlegrill, Lagerfeuer und Kamin bringen an Wochenenden mehr Ruß-Feinstaub in die Luft als der Autoverkehr. Das geht aus einer neuen Studie des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) hervor, die der Sächsischen Zeitung vorliegt. Anhand der chemischen Zusammensetzung der nur wenige Mikrometer kleinen Rußpartikel lässt sich auf deren Herkunft schließen. Aber auch durch die automatisierte Verkehrszählung wird erkennbar, wie viel Ruß letztlich aus anderen Quellen kommt. Immer wieder sonnabends, pünktlich zum Feierabend gibt es dicke Luft in Sachsen. Und das beginnt im Sommer um 18 Uhr, im Winter indes schon um 17 Uhr. „Im Winter werden dann die Kamine angezündet oder draußen die Feuer entfacht“, sagt Andrea Hausmann vom LfULG. „Und im Sommer brennt halt der Grill.“ Auch dann nimmt die Rußbelastung stark zu. Jeden Sonnabendabend ist damit mehr Ruß in Sachsens Luft als sonst zur größten Hauptverkehrszeit. Kamin und Grill geben an solchen Abenden mehr Ruß in die Luft als der Fahrzeugverkehr. Erst nach Mitternacht normalisiert sich der Luftzustand.

Speziell in Ostsachsen kommt noch der Einfluss ungünstiger Wetterlagen hinzu. Immer wenn die Luftmassen von Osten heranziehen, bringen diese vor allem im Winter sehr viele Schadstoffe von Holz- und Kohleverbrennungen aus Polen mit. Dadurch werden in Görlitz und Zittau im Jahreswert doppelt so starke Luftbelastungen durch Benzo(a)pyren beispielsweise gemessen, wie an den größten Verkehrsknoten in Dresden und Leipzig. (SZ/sts)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 29 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Sören Göhler, Dresden

    Sofort verbieten oder zumindest restriktiv regulieren! Kann doch nicht sein, daß in Deutschland im 21. Jahrhundert jeder grillt wie er will. Wo kämen wir da hin, wenn das jeder machen würde? Holzkohlegrills gehören verboten und zwar sofort! Hat schon jemand die von Räucherkerzen ausgehende Feinstaubbelastung wissenschaftlich untersucht? Nein? Jetzt ist DIE Gelegenheit dazu, auch dafür eine Vorschrift herbeizuzaubern. Mich wundert, daß die Menschheit bis heute überlebt hat, wo es doch früher sogar Ofenheizungen ohne Spezialfilter gab...

  2. Krebs

    Fragt sich nur was gesundheitsschädlicher ist, der grobe Feinstaub aus den Holzfeuern oder feinste Rußpartikel und Stickoxide vom Verkehr den natürliche Barrieren in unserer Lunge kein Hindernis sind.

  3. Frank

    Ich würde vorschlagen wir verzichten auf Grillen, Kamine und Stockbrot am Lagerfeuer und holen noch mehr osteuropäische LKW, Transporter und Busse auf die Straßen. Wer gestern wieder gesehen hat was auf der A4 quer durch Dresden und Sachsen los war, hat keine Fragen mehr zu Kaminen, Lagefeuern und Grillen. Unvorstellbar, was wir mittlerweile an solchen Transit-Fahrzeugmassen im Land haben.

  4. E.N.

    @1: Ich stimme Ihnen voll zu. Neuer Vorschlag um dem ein bisschen Einhalt zu bieten: Eine Woche grillen die geraden Hausnummern, die andere Woche grillen die ungeraden. Und wem das nicht passt, selber Schuld. Kann ja umziehen. Für was für einen Sch... geben wir noch alles Geld vom Steuerzahler aus.

  5. @1

    Sie haben recht und wenn wir bei den Räuchermännern fertig sind, wie wäre es mit der Untersuchung von Fahrrädern, hat das der Grünen Lobby schon mal wer erzählt, das dort auch zb. beim Bremsen staub und Abrieb von den Reifen anfällt?

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