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Montag, 14.05.2018

Höcke tritt erstmals bei Pegida auf

Thüringens AfD-Chef sprach über Eliten und dunkle Hintermänner. Rund 300 Gegendemonstranten sorgten für Protest in Hörweite.

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Björn Höcke trat zum ersten Mal als Redner bei Pegida auf.
Björn Höcke trat zum ersten Mal als Redner bei Pegida auf.

© Rene Meinig

  • Björn Höcke trat zum ersten Mal als Redner bei Pegida auf.
    Björn Höcke trat zum ersten Mal als Redner bei Pegida auf.
  • Neben Pegida-Chef Lutz Bachmann begab sich Höcke zum obligatorischen „Spaziergang“.
    Neben Pegida-Chef Lutz Bachmann begab sich Höcke zum obligatorischen „Spaziergang“.
  • In Sicht- und Hörweite formierte sich lautstarker Gegenprotest.
    In Sicht- und Hörweite formierte sich lautstarker Gegenprotest.

Dresden. Den Namen Angela Merkels (CDU) nimmt er nicht in den Mund, doch er kündigt der Bundeskanzlerin an, dass sie sich eines Tages strafrechtlich zu verantworten habe – „wenn die Wende in diesem Land eingeleitet und vollzogen worden ist“.

Der AfD-Rechtsaußen und Thüringer Landeschef Björn Höcke hat am Montag erstmals bei Pegida in Dresden gesprochen. Mit „Jetzt bin ich bei Euch!“, begrüßte er sein Publikum, er verspüre „Demut“ vor der Leistung der Dresdner Straßenbewegung, die inzwischen bereits dreieinhalb Jahre andauert. 1 500 bis 2 000 Anhänger haben seine Rede auf dem Postplatz verfolgt – begleitet vom Protest von rund 300 Gegendemonstranten und Extra-Beschallung aus dem Schauspielhaus gleich dahinter.

Die Kanzlerin, so Höcke, habe geschworen, den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren. Doch sie bestreite „gegen den Buchstaben des Grundgesetzes, dass es so etwas wie das deutsche Volk überhaupt geben würde“. Fast eine Stunde hat Höcke gesprochen – über seine Kritik an der „schönen neuen Welt“, in der dunkle Hintermänner und tranatlantische Eliten die Macht ausübten und nun über die Migrationspolitik versuchten, das Volk auszutauschen. Diese Kräfte seien die Ursachen für Kriege und Völkermorde gewesen. Höckes Antwort ist, sich nicht von „internationalen Konzernen und supranationalen Organisationen“ fremdbestimmen zu lassen“, sondern als Volk selbst zu entscheiden.

Der Pegida-Auftritt Höckes war lange erwartet worden – schon vor seiner umstrittenen Rede im Ballhaus Watzke bei der AfD-Jugend Anfang 2017. Auch die AfD-Landeschefs Jörg Urban (Sachsen) und Andreas Kallwitz (Brandenburg) waren da. Letztlich stand Höcke am Abend gemeinsam mit dem mehrfach vorbestraften Pegida-Chef Lutz Bachmann auf einer Bühne. Über den Umgang mit ihm hatte es wegen dessen krimineller Vergangenheit heftige Diskussionen innerhalb der AfD gegeben. (SZ)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 48 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. SI

    Was für Drogen muss man nehmen um solch geistige Verwirrtheit auch noch stolz auf einer Bühne zu präsentieren? Oh man…

  2. San Tiago

    Gibt es denn bei der SZ niemanden mehr, der Rechtschreibung und Grammatik beherrscht? Und mit dem Zählen scheint es auch nicht weit her zu sein.

  3. Max

    "...gemeinsam mit dem mehrfach vorbestraften Pegida-Chef Lutz Bachmann auf einer Bühne." -- Warum muss man die Vorgeschichte, die mit gestern überhaupt nichts zu tun hat, immer wieder erwähnen? Viele unserer Politiker und andere Personen im Rampenlicht haben gleiches vorzuweisen -- dort sucht man diese "Attribute" in der Berichterstattung vergebens.

  4. Maximilian Jakob

    Lutz Bachmann: 1998 in Deutschland verurteilt wegen 16-fachen Einbruchs, er entzog sich seiner Strafe als Illegaler Flüchtling nach Südafrika -> aus Afrika abgeschoben, weil die da keine Kriminellen ins Land lassen wollen. 2010 verurteilt wegen Kokainhandels. 2014 verurteilt wegen unterlassenen Unterhalts-zahlungen für seinen Sohn. 2016 verurteilt wegen Volksverhetzung. 2018 Strafbefehl wegen Volksverhetzung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. 2018 Abschiebung aus Großbritannien, u.a. weil die auch keine Kriminellen ins Land lassen wollen. In Gran Canaria unerwünschte Person, aber wegen liberal-linksversiffter Abschiebepraxis zur Zeit geduldet. Den Tagessätzen des letzten Strafbefehls nach arbeitslos. Bernd Höcke: In bester Gesellschaft

  5. Dresdner

    Demokratie lebt von Diskussionen verschiedener Interessen. Insofern ist gegen eine Rede und einer friedlichen Demonstration nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil: Deren Störung ist das Problem und sollte von allen die für Demokratie einstehen, unterbunden werden. Deswegen erschließt sich mir nicht, warum "Extra-Beschallung aus dem Schauspielhaus gleich dahinter." nicht wengstens einmal kritisch hinterfragt wird: Schließlich wird das Schauspielhaus auch mit meinen Steuergeldern staatlich gefördert -- wäre es nicht wenigstens zur Neutralität verpflichtet, solange sich die Demonstration im Rahmen des Gesetzes (friedlich) befindet?

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