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Dienstag, 13.03.2018

„Gute Gastronomie kostet Geld“

CDU-Landtagsmitglied Sebastian Fischer, selbst Koch von Beruf, hat Ideen, wie der Beruf wieder attraktiver gemacht werden kann.

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CDU-Landtagsmitglied Sebastian Fischer.
CDU-Landtagsmitglied Sebastian Fischer.

© Archiv/Sebastian Schultz

„Wem es nicht passt – der kann gehen. Dann kommt eben ein Neuer.“ Diesen Satz hat Sebastian Fischer noch häufiger vor einigen Jahren von Kollegen und Küchenchefs gehört, sagt der gelernte Koch und direkt gewählte CDU-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Meißen 2. Es war die Zeit, als die allgemeine Arbeitslosigkeit zu geringen Löhnen und zu Abwanderung aus Sachsen führte. „Leider haben einige Gastronomen geglaubt, es ginge immer so weiter“, meint Fischer. Doch alles das sei Geschichte. Wie im SZ-Beitrag „Koch oder Köchin gesucht“ in der Montagsausgabe gut beschrieben, so Fischer, stehe die Branche vor der Herausforderung Personalmangel. Noch vor zehn Jahren wurden im IHK-Kammerbezirk weit mehr als 3 000 Restaurantfachleute, Köche und Hotelkaufleute ausgebildet. Mittlerweile liegen die Zahlen im Bereich 500 und weniger – der Mangel an Fachleuten werde also zunehmen.

„Diese Erfahrung mache ich auch als Vorsitzender des Vereins Dresdner Köche“, sagt Fischer. Sein Weg habe ihn „gezwungenermaßen“ nach Norwegen, Frankreich und in die Schweiz geführt. „Dort konnte ich erleben, wie hoch der Wert ist, dem man der sächsischen Berufsausbildung beimisst.“ Aber auch die Gesellschaft sollte einige Dinge überdenken. „Gute Gastronomie kostet auch gutes Geld, man sollte wieder Dankbarkeit zeigen gegenüber den Unternehmern, die das Risiko tragen und hart für Steuern arbeiten, gegenüber den Köchen und Kellnern, die an Feiertagen und am Wochenende schwer und lange arbeiten – und das mit einem Lächeln auf den Lippen tun.“ Was wird jetzt passieren, fragt Fischer. Ganz klar: Die Preise für Schnitzel und den Kaffee werden steigen, die Öffnungs- und Arbeitszeiten kürzer werden. Das Gastgewerbe muss für junge Menschen wieder ein attraktives Arbeitsumfeld werden. Man könne auch im Handwerk beruflich erfolgreich sein. (SZ)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 25 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Alexa

    Und wieder mal ein Artikel über das ach so gebeutelte Gaststättenwesen.Schön das die SZ immer wieder mal einen Titel für eine Endlos-Serie gefunden hat.Jeden Tag wird ein anderer intervievt und alle Jammern nur.Jedoch ordentliche Vorschläge hat keiner.Wie machen es denn die Norweger,Franzosen und....? Öder der Dönerladen um dei Ecke?

  2. wiesen

    Super wäre es, wenn auch über andere nicht ordentlich entlohnte Arbeitsverhältnisse berichtet würde, über Befristungen, die auch im ach so sozialen öff. Dienst grassieren.

  3. Max

    @Alexa: "Öder der Dönerladen um dei Ecke?" Viele Dönerläden dienen in Wirklichkeit anderen Zwecken, aber das darf man ja nicht offen sagen in Deutschland.

  4. kein Fan @ Max

    Doch, Max, sagen Sie es mal. Für mich sind die Laden ein Gewinn an Lebensqualität, weil ich dort schnell und preiswert leckeres Essen bekomme. Bis jetzt wurde mir nie was anderes angeboten. Bitte klären Sie mich auf.

  5. Radebeuler

    Das Thema ist keines! Es werden zig tausende arbeitswillige potentielle Mitarbeiter ob ihrer ethnischen Herkunft angefeindet, gejagt, ausgeschlossen, behindert und schlussendlich abgeschoben oder verdrängt. Gäbe es wirklich eine Personalmangel in der Gastronomie, würde man sich per Lobby (DEHOGA) stark machen und auf die Politik einwirken. Tatsächlich passiert das nur, wenn es gegen den Mindestlohn und Bettensteuer geht. Dafür gibts NULL Verständnis liebe Gastronomen!

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