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Montag, 16.04.2018

Grenzenlos wandern auf neuen Routen

In dieser Woche öffnet ein neuer Übergang nach Tschechien. Die Wanderfreunde haben ihre Schuhe schon geschnürt.

Von Anja Weber

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Im Neustädter Ortsteil Langburkersdorf wird am 19. April, 15.30 Uhr, mit einem Fest von deutschen und tschechischen Wanderfreunden ein neuer Wanderübergang eingeweiht. Mit diesem ergeben sich viele Routen dies- und jenseits der Grenze.
Im Neustädter Ortsteil Langburkersdorf wird am 19. April, 15.30 Uhr, mit einem Fest von deutschen und tschechischen Wanderfreunden ein neuer Wanderübergang eingeweiht. Mit diesem ergeben sich viele Routen dies- und jenseits der Grenze.

© Steffen Unger

  • Im Neustädter Ortsteil Langburkersdorf wird am 19. April, 15.30 Uhr, mit einem Fest von deutschen und tschechischen Wanderfreunden ein neuer Wanderübergang eingeweiht. Mit diesem ergeben sich viele Routen dies- und jenseits der Grenze.
    Im Neustädter Ortsteil Langburkersdorf wird am 19. April, 15.30 Uhr, mit einem Fest von deutschen und tschechischen Wanderfreunden ein neuer Wanderübergang eingeweiht. Mit diesem ergeben sich viele Routen dies- und jenseits der Grenze.

Langburkersdorf. Die Neustädter Ortsteile öffnen sich weiter in Richtung Tschechien. Nachdem bereits in Rugiswalde ein Wanderübergang eingeweiht wurde, folgt nun, pünktlich zu Beginn der Wandersaison, ein weiterer Übergang – und zwar am Ortsende von Langburkersdorf. Von dort aus ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, auch ohne Fahrzeug die Region dies- und jenseits der Grenze zu erwandern.

Nicht, dass dort noch niemand einen Fuß über die Grenze gesetzt hätte. Hier sei man schon seit Jahrzehnten rübergewandert, auch schon zu DDR-Zeiten, wissen Insider. Und so mancher sei dabei von der DDR-Grenzpolizei auch geschnappt worden. Nach der Wende wurden Teile der Strecke von der Automafia als Schleichweg genutzt. Allerdings blieben einige geklaute Fahrzeuge dann schon nach wenigen Metern im Feld stecken. Denn gut ausgebaut ist der Grenzweg nicht. Am Ortsende von Langburkersdorf mündet er in einen Trampelpfad.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung in Dolni Poustevna hat Neustadt nun die Eröffnung des Wanderüberganges vorbereitet. Und deshalb werden am 19. April, um 15.30 Uhr, Neustadts Bürgermeister Peter Mühle und der Bürgermeister von Dolni Poustevna, Robert Holec, symbolisch den Weg im Beisein von tschechischen und deutschen Wanderfreunden freigeben. Treff ist am Ende der Dorfstraße vor der Grenze. Dort soll der Öffnung gebührend gefeiert werden.

In den letzten Tagen waren die Männer vom Neustädter Bauhof unterwegs, um den neuen Wanderweg auch entlang der Dorfstraße zu markieren. Das war dank der Initiative von örtlichen Wanderfreunden und dem Kreiswegewart Helmut Venus sowie den Vertretern des tschechischen Tourismusvereins möglich. Gemeinsam haben sie die zur markierende Route ausgearbeitet. Als Vorbereitung auf die kommenden Wandertage hat Kreiswegewart Helmut Venus die Tour vorgestellt.

Der neu ausgewiesene Wanderweg ist mit dem „Grünen Strich“ markiert und verbindet Horni Poustevna (Bahnhof) mit Langburkersdorf. Der Wegewart empfiehlt in seinem Wandertipp als Ausgangspunkt den Bahnhof in Horni Poustevna. Dem „Grünen Strich“ vom Bahnhof folgend erreicht man in etwa 60 Minuten den Aufgang zum 454 Meter hohen Berg Poustevnik. Nach der ersten Steigung blickt man auf einen alten Steinbruch. „Deutlich sieht man den Auswurf aus dem ehemaligen Vulkan. Eine geologische Besonderheit. Die Aussicht wird die Wanderer überraschen“, verspricht Kreiswegewart Helmut Venus. Von dem Berg kommend sollte man den rechts abzweigenden Weg in die Ortsmitte von Nová Víska nehmen. Der Weg ist nicht markiert. Erreicht man den Ort, sieht man auf der linken Seite eine Ziegenfarm. Wenn man Glück hat, ist diese auch geöffnet. Der Ort selbst wirkt ausgestorben. Lebten 1930 hier noch 270 Einwohner, sind es jetzt gerade mal zwölf. Die Häuser sind meist nur an den Wochenenden bewohnt. Ein Abstecher auf den Friedhof ist möglich. Der erscheint allerdings etwas ungepflegt. Im Ort selbst finden sich wie in vielen tschechischen Dörfer entlang der Grenze noch viele Mauerreste. Anhand dieser kann man erahnen, wo hier einst Häuser gestanden haben, die bis 1945 auch noch bewohnt waren. Im Laufe der Jahre wurden die entweder abgerissen oder sind von selbst eingefallen, weil sich niemand mehr darum kümmerte.

Von der Grenze führt der Weg zum Ortsanfang von Langburkersdorf. An der Verzweigung des „Grünen Striches“ haben Wanderer die Wahl nach Rugiswalde oder zum Valtenberg zu gehen, sagt Helmut Venus. Seiner Empfehlung nach sollten von Horni Poustevna bis zum Abzweig nach Rugiswalde zwei Stunden mit dem Besuch des Poustevnik eingeplant werden. In Rugiswalde kann man wahlweise weiter zum Unger oder nach Sebnitz wandern. „Die neu markierte Route eröffnet die verschiedensten Kombinationen für die Wanderer auf deutscher oder tschechischer Seite“, sagt der Kreiswegewart.

Wer allerdings seine Tour in Langburkersdorf startet, sollte mit dem Bus anreisen, um in der weiteren Streckenwahl flexibel zu sein. Darüber hinaus ist etwas mehr Zeit einzuplanen, da der Wanderübergang am Ende des Ortes liegt.

Den Ausgangspunkt Horni Poustevna erreicht man mitder Nationalparkbahn U28 , den Anschlussbahnhof zur U28 in Bad Schandau mit der S1 von Dresden oder in Sebnitz mit der RB 71 von Pirna. Möglich ist auch, mit dem Bus nach Langburkersdorf zu fahren und von dort aus die Strecke in Richtung Tschechien zu wandern.

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