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Samstag, 28.04.2012

Forum zur DDR-Legendenbildung in Bautzen

Bautzen. Das Bautzen-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung will im Mai den Rückblick auf die DDR kritisch beleuchten. Unter dem Titel „Ein ganz normaler Staat? - Legendenbildung und Verharmlosung in der Rückschau auf die DDR“ debattieren am 10. und 11. Mai im Brauhaus Bautzen Politiker, Wissenschaftler und Zeitzeugen, teilte die Stiftung am Samstag mit.

Neben SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel werden unter anderen auch der ehemalige Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hansjörg Geiger, und der frühere Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR, Hans Otto Bräutigam, zu Wort kommen.

Die Frage im Titel der Veranstaltung beantwortete die Stiftung in ihrer Ankündigung gleich selbst: „Die DDR war eben kein “ganz normaler Staat“, sondern ein Unrechtsstaat, der seinen Bewohnern freie Wahlen und so gut wie alle grundlegenden Freiheitsrechte versagte, der permanent reglementierte und indoktrinierte und obendrein wirtschaftlich vor dem Kollaps stand“. Bei vielen Menschen sei neben allem Stolz auf das Erreichte in den vergangenen 20 „Einheitsjahren“ auch ein „diffus positives Bild der DDR“ bestehen geblieben. Legenden würden gepflegt und weiter getragen.

Das Bautzen-Forum der Ebert-Stiftung entstand 1990 und zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur. (dpa)