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Dienstag, 14.03.2017

Flüchtlingsrat beklagt Familientrennung durch Abschiebung

Dresden. Der Sächsische Flüchtlingsrat hat dem Freistaat eine Eskalation bei Abschiebungen vorgeworfen. Die Zentrale Ausländerbehörde und das Landesinnenministerium würden Familien inzwischen ganz bewusst auseinanderreißen, teilte der Rat am Dienstag in Dresden mit.

Das Aufenthaltsrecht werde so unterlaufen. In diesem Jahr seien bereits zwei Familien auf diese Weise getrennt worden. „Das sächsische Innenministerium fügt mit diesem Vorgehen der sächsischen Abschiebepraxis ein neues Maß an Brutalität hinzu“, erklärte Ali Moradi, Geschäftsführer des Flüchtlingsrates. Als Beleg führte er unter anderem der Fall einer Familie aus dem Kosovo an.

Demzufolge hatte eine Dresdner Amtsärztin einer Mutter aus dem Kosovo die Reiseunfähigkeit attestiert, sie durfte also nicht abgeschoben werden. Der Rest ihrer Familie, Ehemann und drei Kinder, wurden dennoch in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar von der Polizei abgeholt. Die psychisch schwer erkrankte Frau musste daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert werden. (dpa/szo)