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Montag, 28.04.2014

Fast unerkannt unterwegs

Die Kanzlerin gönnt sich eine kleine Auszeit – zum Tagesausflug entlang der Elbe.

Von Daniel Förster

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Bundeskanzlerin Angela Merkel privat auf dem Dampfer Pillnitz auf der Elbe zwischen Königstein und Kurort Rathen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel privat auf dem Dampfer Pillnitz auf der Elbe zwischen Königstein und Kurort Rathen.

© Daniel Förster

Wandern und spazieren, Dampferfahren auf der Elbe und die Sächsische Schweiz genießen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gönnte sich am Sonnabend eine Auszeit – privat und völlig in Familie. Auch wenn es wenig Aufsehen gab, unerkannt blieb der prominente Gast nicht.

„Sie stand plötzlich hinter mir“, sagt ein Ausflügler. Der Erzgebirgler, der im Rathener Hotel Elbschlösschen wohnt, wartete genauso wie die Familie am Anleger der Sächsischen Dampfschifffahrt auf die „Pillnitz“. „Ich wusste erst gar nicht, ob sie es wirklich ist. Aber dann habe ich ihren Ehemann erkannt, da war es mir klar.“

Joachim Sauer war vor wenigen Tagen 65 Jahre alt geworden und machte mit seiner Familie einen Tagesausflug – in das Hotel Rathener Hof im Struppener Ortsteil Weißig mit bestem Blick auf das Elbtal, den Lilienstein und die Festung Königstein. „Alles ganz privat. Er hatte bei uns die Zimmer gebucht“, sagt Hoteldirektor Rainer Förster. Bis die elfköpfige Gesellschaft vor der Tür stand, wusste niemand, dass darunter die Bundeskanzlerin sein würde.

Zu Mittag gibt es Lachs mit Spargel

Das Hotelpersonal wäre bei ihrer Anreise völlig überrascht gewesen. Kaum angekommen, wollten die Ausflügler, das Elbsandsteingebirge erleben – zunächst mit einem Blick von der Elbe aus. „Es macht uns stolz, dass er die Sächsische Schweiz ausgesucht hat und wir würden uns freuen, wenn es nicht der letzte Besuch hier gewesen ist.“

Danach war die Gesellschaft in den Kurort Rathen gewandert, die alte Weißiger Straße entlang. Mit der Gierseilfähre setzten sie über die Elbe. „Für uns waren das ganz normale Fahrgäste“, sagte der Fährmann. Im Hotel Elbiente wurden sie bereits zum Mittag erwartet. Der Kanzlerin wurde Lachs, in Folie gegart, mit frischem Spargel serviert, beobachteten andere Gäste: „Neben einem Glas stillem Wasser trank sie Müller-Thurgau.“ Punkt 13.20 Uhr legte der Schaufelraddampfer mit gut 150 Passagieren und Angela Merkel an Bord in Richtung Königstein ab. Die Familie nahm auf dem Oberdeck Platz. „Es ist eine tolle, einfache Frau – total bescheiden“, sagt ein Ausflügler, der ihr dort begegnete. „Ihre Mutter war dabei, die Kinder und Enkelkinder ihres Mannes.“ Das Schiff drehte unterhalb des Liliensteins und machte planmäßig 14.15 Uhr in der Festungsstadt fest. Die Bundeskanzlerin und die Familie blieben an Bord.

In der halben Stunde, als die Pillnitz dort vor Anker war und neue Fahrgäste zustiegen, sei sie unbekümmert und frei über das Deck geschlendert, hätte auch einen Blick in den Maschinenraum geworfen. „Kaum zu glauben, völlig unspektakulär“, berichtet ein verdutzter Passagier.

Eine Wandertour darf nicht fehlen

„Schade, dass sie nicht in der Stadt war“, sagt Antje Zimmermann vom gleichnamigen Kaffeehaus am Reißigerplatz, als sie von der prominenten Besucherin erfuhr. „Ohne großes Tamtam hier in der Sächsischen Schweiz – die Frau ist obercool.“ Wieder zurück in Rathen, marschierte die Familienrunde wieder in den Rathener Hof hinauf nach Weißig. Dort wartete das Kaffeetrinken: hausgebackener Bienenstich und gefüllter Streuselkuchen. Andere Hotelgäste in dem „vollen Haus“ bemerkten, wie sich die Kanzlerin ein Weilchen am Teich mit den Goldfischen niederließ. Für die passionierte Wanderin stand noch ein Ausflug zum Rauenstein bevor. Tagesausflügler sahen sie später auf dem Weg zur Nonne. Nach dem Fußmarsch wartete das Abendessen à la carte. Zum Nachtisch wurde Eis serviert. Ganz entspannt in familiärer Runde: So stellt man sich die Kanzlerin nur selten vor. Die Weißiger Hotelgäste bekamen exklusiv eine ganz andere Seite von Angela Merkel zu sehen. Wie jede Oma auch spielte sie mit den Kindern in der Spielecke der Hotellobby …

Noch am Abend sagte die Familie der Sächsischen Schweiz Adieu. „Es macht uns stolz, dass die Bundeskanzlerin unsere Region besucht hat. Wir würden uns freuen, wenn wir sie wieder bei uns begrüßen können“, sagte ein sichtlich zufriedener Hotelier Rainer Förster.

Kanzlerin in der Warteschlange

Unspektakulär und unaufgeregt: Das Foto einer Facebook-Nutzerin zeigt die Kanzlerin am Anleger in Rathen. Wie alle anderen Fahrgäste auch wartete sie am Ufer auf die "Pillnitz".

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Linna

    Boah Leute, also echt mal. Ich bin nu echt kein Fan von der Frau, aber muss denn so ein gestalke sein? Meine Herrn, dann war die gute Dame halt bei uns wandern und hat Forelle gegessen...gibts noch jemanden der die Stuhlgangzeiten notiert hat und obs mitm Wasserlassen klappt?

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