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Freitag, 13.04.2018

Ex-CDU-Mann wechselt zur AfD

Andreas Grapatin saß zehn Jahre im Landtag, vertrat den Freistaat im Ausland und wurde danach im Kultusministerium vermutet. Aufgetaucht ist er nun woanders.

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Andreas Grapatin
Andreas Grapatin

© PR

Dresden. Ob es mit seinem Leben zuletzt eher bergab oder bergauf ging, kann Andreas Grapatin nur selbst entscheiden. Im Dresdner Regierungsviertel war der 54-Jährige, der für die CDU von 1999 bis 2009 als Abgeordneter im Landtag saß und dort den Wahlkreis Dresden 5 vertrat, zumindest eine häufig diskutierte Personalie.

Dafür sorgte vor allem sein Werdegang nach dem Ausscheiden aus dem Parlament, wo Grapatin früheren Mitstreitern zufolge nicht durch besonderen Arbeitseifer aufgefallen war. Womöglich war das auch der Grund, weshalb er seinen Wahlkreis 2009 an einen CDU-Mitbewerber verlor. Später wurde Grapatin dennoch zum Leiter des sächsischen Verbindungsbüros in Breslau ernannt. Ein reiner Versorgungsposten, schimpfte nicht nur die Opposition.

Aber auch in Polen agierte der Ex-Abgeordnete dann ohne nennenswerte Resultate, der Unmut in Dresden wuchs erneut. Im März 2017 wurde er schließlich von seinem lukrativen Auslandsposten abgelöst und sollte wieder im Kultusministerium arbeiten, wo er einst als Referent angestellt war. Nur bekam ihn dort bis zum Jahresende aufgrund von Krankschreibungen kaum jemand zu Gesicht. Immerhin schaffte es Grapatin noch, im Juni 2017 die CDU zu verlassen, bevor er jetzt als Mitarbeiter der AfD-Landtagsfraktion wieder auftauchte.

Eigenartig: Die Fraktion selbst wollte auf Anfrage nicht bestätigen, dass Grapatin jetzt bei ihr beschäftigt ist. Dabei hat der Ex-CDU-Mann längst einen Hausausweis, der ihn entsprechend legitimiert, sowie eine eigene Telefonnummer im Landtag. (SZ)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 26 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Peter M üller

    Die vielen ehemaligen CDU-Leute in der AfD sind die Garantie für eine zukünftige Rechtsaußenkoaltion von CDU und AfD!

  2. Laubenpieper

    Was erlaubt Er sich den.Empört Euch.Wechseln geht gar nicht.Wo kommen wir den da hin,wenn das Schule macht.

  3. Max Anders

    Wunderbar denunzierend (nicht durch besonderen Arbeitseifer), mutmaßend (zumindest eine häufig diskutierte Personalie), abwertend (ohne nennenswerte Resultate), ins Persönliche abgleitend (Ob es mit seinem Leben zuletzt eher bergab oder bergauf ging) und anonym (SZ) geschrieben. Respekt an die SZ für solchen tendenziösen "Journalismus". Wenn ich sowas lesen will, bin ich sicher beim Neuen Deutschland, dem Vorwärts oder Indymedia besser aufgehoben. Schämt euch für dieserart "Berichte".

  4. Olli

    Die AfD scheint ein illustiges Sammelbecken von versauerten Ex-CDUlern zu werden.

  5. Wenzel 4

    "Versorgungsposten" ist das Stichwort! Viele Looser sehen den Aufstieg der AFD als Chance für den eigenen Neustart. Hatten wir zu letzt im Osten zur Wende, aber auch 1945 und 1933 wurde "frisches" Personal gebraucht, welches sich dann nicht selten als "Fallobst" entpuppte.

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