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Freitag, 18.05.2012

Erste Auerhühner in der Niederlausitz freigesetzt

Bad Liebenwerda. Seit Jahren ausgestorben, sollen sie jetzt wieder heimisch werden: 27 Auerhühner wurden am Freitag im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft ausgesetzt. Der Förderverein des Parks will im Rahmen des zweijährigen Pilotprojektes die Chancen für eine Wiederansiedlung der Wildvogelart in der Region erforschen. Das Vorhaben sei „beispielhaft für unsere Anstrengungen, den Verlust an Biodiversität zu stoppen“, sagte Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke). Gleichzeitig zeige sich aber auch, wie schwierig die Umsetzung sei.

Die Tiere waren in den vergangenen Tagen in der schwedischen Provinz Västerbotten gefangen worden. Dabei sind aber nur 27 Hennen ins Netz gegangen. Ob im Herbst weiter nach Hähnen gesucht werden soll, müsse erst überlegt werden, hieß es von Vertretern des Naturparks. Die Hennen wurden mit Sendern versehen, um ihr Verhalten dokumentieren zu können. Grundlage für das mit EU-Mitteln geförderte Pilotprojekt ist das 2002 erarbeitete Brandenburger Artenschutzprogramms für das Auerhuhn.

Seit Jahren ausgestorben

Das Auerhuhn ist der größte europäische Hühnervogel und das „Wappentier“ des Naturparks. Das schwarzbraune Männchen, das ein imposantes Balzverhalten zeigt, ist etwa gänsegroß. Dagegen ist das Weibchen deutlich kleiner und der Birkhenne ähnlich. Die Tiere sind in Brandenburg seit den 1990er Jahren ausgestorben und gelten in ganz Europa als bedrohte Tierart. In Deutschland leben einzelne Exemplare noch in den Kammregionen des westlichen Erzgebirges.

Um die Lebensräume für Auerhühner in der südbrandenburgischen Bergbaufolgelandschaft zu verbessern, hätten Förster und Naturschützer in den vergangenen Jahren viel unternommen, hieß es. So seien Moore wieder vernässt und der Waldumbau vorangetrieben worden. Die scheuen Tiere mögen naturnahe Nadelwälder mit viel Unterholz und Heidelbeerenbüschen.

Auerhühner sind neben dem westlichen Erzgebirge noch im ostpolnischen Tiefland anzutreffen, deshalb sieht das Land Brandenburg für sich eine besondere Verantwortung zum Erhalt der Art in der Region. Die größten Vorkommen der Tiere gibt es in Skandinavien sowie im nördlichen und östlichen Teil Russlands. (dpa)