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Montag, 27.12.2010

Englische Brücke im Muskauer Park bald fertig

Das Hochwasser hat den Wiederaufbau der alten Brücke verzögert. 66 Jahre nach der Zerstörung soll das Bauwerk im Herbst 2011 eingeweiht werden.

Bad Muskau. Trotz der Verzögerungen durch das Hochwasser soll der Wiederaufbau der Englischen Brücke im Muskauer Park im Herbst kommenden Jahres abgeschlossen sein. „Wir hoffen, im September 2011 einweihen zu können“, sagte der Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, Cord Panning. 66 Jahre nach Zerstörung der Brücke könnte dann wieder auf alten Wegen im Park spaziert werden, der seit 2004 zum Weltkulturerbe gehört.

Im August war der Baubeginn wegen der schweren Überschwemmung regelrecht ins Wasser gefallen. Der Park war zur Hälfte überflutet. Später mussten die Arbeiten wegen des hohen Wasserstandes der Neiße mehrfach unterbrochen werden. Auf einer Seite des Flusses waren die Ufer abgebrochen.

Noch vor Kriegsende gesprengt

Die 1822 erbaute Englische Brücke war 1945 noch vor Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt worden. Nach der Doppelbrücke an der Jeanetteninsel werde nun die zweite Verbindung zwischen deutschem und polnischem Parkteil wieder hergestellt, sagte Panning. Sie entstehe nach historischen Vorlagen und komme dem Original sehr nahe.

Mehr als zwei Millionen Euro koste das Vorhaben, das zur Hälfte aus dem Welterbeförderprogramm des Bundesbauministeriums bezahlt werde. Geschäftsführer Panning freut sich auf den bald möglichen „idealen Parkspaziergang“. Besucher könnten dann eine wunderbare Runde über zwei Brücken im Landschaftsgarten an der Neiße gehen. „Den Park konnte man nie so wahrnehmen.“

Schloss bis 2011 saniert

Im Neuen Schloss soll bis Ende 2011 die Sanierung des Westflügels abgeschlossen werden. Bis auf den Anbau mit dem Festsaal werde das 1945 ausgebrannte Gebäude damit komplett wieder hergestellt sein. Im Südflügel ist bereits die Dauerausstellung über Parkschöpfer Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) untergebracht, im Nordflügel die Muskauer Schule. Künftig werde es auch ein Café, Platz für Wechselausstellungen und ein Hochzeitszimmer im Schloss geben, sagte der Parkchef. Die Verwaltung der Stiftung ziehe unters Dach.

Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) ließ den Park zwischen 1815 und 1845 anlegen. Er erstreckt sich auf rund 830 Hektar zu beiden Seiten der Neiße. Seit 1945 die Grenze entlang des Flusses gezogen wurde, liegt der Landschaftsgarten zu etwa zwei Dritteln auf polnischer Seite. (dpa)