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Montag, 01.12.2014

Ein Toter bei Explosion in Pirna

Rund 30 Menschen halten sich in der Chemiefabrik auf, als es zu einer Explosion kommt. Polizei und Feuerwehr rücken in Pirna zu einem Großeinsatz aus.

Trümmerteile vor dem Betriebsgelände eines Pirnaer Chemieunternehmens. Am Montag kam es hier zu einer Explosion. Dabei wurde ein Mensch getötet.
Trümmerteile vor dem Betriebsgelände eines Pirnaer Chemieunternehmens. Am Montag kam es hier zu einer Explosion. Dabei wurde ein Mensch getötet.

© Daniel Förster

Pirna. Die Trümmer flogen rund 50 Meter auf die Straße: In einer Chemiefabrik in Pirna ist es am Montag zu einer schweren Explosion gekommen - ein Mann kam dabei ums Leben. Vier weitere Arbeiter erlitten nach Angaben der Rettungskräfte Brandverletzungen und Knochenbrüche. Nach der Explosion brach ein Feuer aus. Die Löscharbeiten dauerten am späten Abend noch an. Wegen austretender Lösungsmittel mussten mehr als 100 Anwohner in Sicherheit gebracht werden.

Havarie in Chemiefabrik in Pirna

Die Unglücksursache war zunächst offen. Betriebsleiter Joachim Seifert sagte am späten Montagabend vor Ort, es sei ihm vollkommen unklar, wie es dazu kommen konnte. In dem betroffenen Produktionsgebäude, das in einem Wohngebiet steht, wurde seinen Angaben zufolge am Montag erstmals in größerer Menge ein Flammschutzmittel für Textilien hergestellt. Die Explosion soll mit einem Kessel in der Produktionshalle im Zusammenhang stehen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks gegen 17.20 Uhr befanden sich etwa 30 Firmenmitarbeiter auf dem Gelände. Mehr als 200 Polizisten und weitere Rettungskräfte kamen zum Einsatz. Auch Feuerwehren aus der Region seien angefordert worden, ebenso Helfer des Deutschen Roten Kreuzes.

Die Umgebung der Fabrik musste in einem Umkreis von 100 Metern aus Sicherheitsgründen vorsorglich gesperrt werden. Nach Feuerwehrangaben wurde die Fassade des Fabrikgebäudes zerstört. Weitere Wohnhäuser in der Nähe wurden in Mitleidenschaft gezogen. Wie hoch der Schaden ist, steht noch nicht fest.

In der Chemiefabrik sind nach Angaben der Stadt etwa 120 Mitarbeiter beschäftigt. Nach Unternehmensangaben werden unter anderem Chemikalien zur Textilveredelung und Papierbehandlung hergestellt. Diese können beispielsweise dazu verwendet werden, dass Papier eine fettabweisende Schicht bekommt.

Auf dem Gelände befinden sich mehrere Gebäude. Dort wurden schon zu DDR-Zeiten Chemikalien produziert. Das betroffene Gebäude sei aber neuerer Bauart gewesen, betonte Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos). Die Sicherheit in der Firma sei immer auf einem hohen Stand gewesen, darauf habe die Stadtverwaltung sehr geachtet. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Andreas Aysche

    Damit dürfte die Ursache für den spektakulären plötzlichen leuchtend hellen orangen Nachthimmel, den ich zwischen Thürmsdorf und Struppen (!) heute Abend gesehen habe geklärt sein.

  2. Quidi

    Gewackelt hat's sogar in Copitz noch!

  3. daniela

    bei uns in dohna gab es einen tiefen Knall und mein heran geschobenes Fenster kippte sich von selbst wieder !!! Das war so gegen kurz vor halb sechs !das war schon echt merkwürdig !!!

  4. Wolfo

    Zu hören wars sogar bis Stolpen. Plötzlich gabs einen dumpfen Donnerschlag, aber ohne Gewitter. Dass es eine Explosion im Chemiewerk war, hab ich erst kurze Zeit später im Newsticker gelesen.

  5. Potato

    Wir wohnen ja in Neundorf und haben alles Hautnah mit erlebt. Ein ca. 15 meter hoher Heitzkessel explodierte, die Chemiefabrik ist nach wie vor sehr stark zerstört. Meine Freundin sagte mir dass die Explosion bis nach Dippoldiswalde zu sehen war. Eine Familie im Dorf ist auf Hilfe angewiesen, da sie exakt neben der Fabrik wohnen.

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