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Freitag, 09.11.2018

Dürresommer verteuert Festtagsbraten

Der extrem trockene Sommer lässt die Preise für etliche Lebensmittel ansteigen. Das Wetter hat nun auch Auswirkungen auf den Gänsebraten zum Martinstag.

Von Sven Braun

Der Gänsebraten asús Sachsen verteuert sich wegen des trockenen Sommers.
Der Gänsebraten asús Sachsen verteuert sich wegen des trockenen Sommers.

© Holger Hollemann/dpa

Dresden. Wer in Sachsen am Sonntag eine Martinsgans auf den Tisch bringen will, muss dieses Jahr tiefer in die Tasche greifen als sonst - schuld daran ist die Dürre im Sommer. Etwa 50 Cent pro Kilogramm mehr sind fällig als im Vorjahr. Grund seien die gestiegenen Futterpreise, sagt der Sächsische Geflügel-wirtschaftsverband. Er rechnet damit, dass ein Braten ab 12 Euro pro Kilogramm zu haben sein wird.

Lorenz Eskildsen von der gleichnamigen Gänsefarm in Wermsdorf (Landkreis Nordsachsen) hat dieses Jahr rund 15 000 dieser Tiere auf seinem Hof. „Der warme Sommer hat uns alle getroffen. Wir mussten sehen, dass wir genug kaltes Wasser hatten“, sagt er. Denn auch den Gänsen machte die Hitze zu schaffen. Auf der Farm mussten die Wasserschläuche für die Tiere extra angepasst und zum Beispiel an schattige Plätze verlegt werden.

Die Tradition, dass am Martinstag eine Gans gegessen wird, soll auf den Namensgeber selbst zurückführen. Dieser wollte nicht zum Bischof ernannt werden und versteckte sich deshalb in einem Gänsestall, doch die schnatternden Tiere trieben ihn aus seinem Versteck.

Matthias Oelke, Pressesprecher der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen, glaubt an eine andere Bedeutung. Die Aufzucht und Mästung der Gänse ende im November. Daher werde zu dieser Zeit auch gerne ein Braten verspeist.

Auch Günther Drobisch, Vorsitzender des Sächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, will am Martinstag eine Gans essen. Zu seinem Lieblingsrezept gehört eine Füllung mit Äpfeln, Rosinen und Backpflaumen. „Eine Zeremonie ist das“, sagt er.

In Sachsen gibt es dieses Jahr nach Angaben des Geflügelverbandes rund 150 000 bis 200 000 Gänse. Die meisten Braten in den Geschäften kämen allerdings aus dem Ausland - vor allem aus Polen und Ungarn. Eine amtliche Statistik zu Gänsen gibt es laut Günther Drobisch allerdings nicht. (dpa)